Nachdenklich: Maximilian Ulbrich aus Wilzhofen ist mit seinen Leistungen im Jahr 2020 Jahr nicht zufrieden.
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Nachdenklich: Maximilian Ulbrich ist mit seinen Leistungen in diesem Jahr nicht zufrieden.

Schießen: Keine schöne Bescherung für 20-jährigen Wilzhofener

Maximilian Ulbrich verliert Platz im Nationalkader

  • vonChristian Heinrich
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Rein aus sportlicher Sicht hat Maximilian Ulbrich schon bessere Jahre erlebt. Das hat nicht nur mit Corona zu tun.

Wilzhofen – Auch wenn der Advent die Zeit der Erwartung ist, Maximilian Ulbrich hat die Hoffnung auf eine schöne Bescherung bereits aufgegeben. „Ich habe keine Chance mehr“, konstatiert der Sportschütze aus Wilzhofen. Nach Lage der Dinge, wird der 20-Jährige seinen Status als Mitglied des deutschen Nationalkaders verlieren. Die Rangliste im Kleinkaliber-Wettbewerb schloss er auf Platz 13 ab. Das war zu wenig, um der nationalen Elite weiter anzugehören. Offen ist noch die Entscheidung beim Luftgewehr: Am dritten Advent-Wochenende stehen in dieser Waffenart noch drei Programme an. Ulbrich ist zurzeit Zehnter, doch er hat schon mächtig an Boden verloren. „Das bei drei Wettkämpfen wieder rauszuholen, wird extrem schwierig“, so Ulbrich – der Wilzhofener Jungschütze ist Realist.

Schießen: Ein Aussetzer vermasselt Maximilian Ulbrich das Ergebnis im Luftgewehr-Wettbewerb

Der Polizeianwärter hatte die Ausscheidung im Luftgewehr-Bewerb gut begonnen. Nach dem ersten Wochenende tummelte er sich noch in der Spitzengruppe der 20 Bewerber. 622,3 und 625,1 Ringe lautete seine Ausbeute. „Da war alles noch gut gegangen“, stellte er fest. Als sich die Kontrahenten einen Monat später wieder duellierten, leistete sich Ulbrich mit 617,6 Zählern einen fatalen Aussetzer, der ihm sein Ergebnis völlig vermasselte. Da ließ sich auch mit den 623,8 Ringen im vierten Programm nur noch wenig reparieren.

Schießen: Am dritten Advent misst sich Ulbrich mit seinen Konkurrenten ein weiteres Mal

Nun heißt es hoffen auf den dritten Advent, wenn sich die Rivalen auf der Olympia-Schießanlage in München-Hochbrück ein weiteres Mal messen. Zwei Kaderplätze werden noch vergeben. Da die beiden Führenden der Rangliste, Maxi Dallinger und Dennis Welsch, sich schon über ihr Abschneiden im Kleinkaliber-Wettkampf ihren Status als Nationalkaderschützen gesichert haben, kommen im Luftgewehr-Wettbewerb nunmehr der Dritte und Vierte in den Genuss des Tickets in den Nationalkader. Ulbrich müsste jedoch nicht nur sechs Positionen im Gesamtklassement gutmachen, er müsste auch drei phänomenale Programme abliefern. „Ich brauche ja auch einen gewissen Schnitt“, nennt Ulbrich ein weiteres Kriterium für den Verbleib im Kreise der besten deutschen Schützen. Seine 622,2 Ringe, die er im Mittel erzielt hat, reichen da bei weitem nicht. So lange die dritte Sichtung nicht abgeschlossen ist, ist aber noch alles möglich – auch, dass er seinen Kaderstatus behält. „Damit hätten sich alle Probleme gelöst“, so Ulbrich.

Richtige Lehren ziehe ich nicht daraus, weil ich nichts wirklich falsch gemacht habe.

Maximilian Ulbrich

Angefangen haben die Probleme für ihn mit der Ausscheidung im Kleinkaliber-Dreistellungskampf. „Es war schwierig“, beurteilt er im Nachhinein seine Leistung. „Ich hatte viel um die Ohren gehabt und war mental nicht frei.“ Ulbrich hatte gleich das erste Programm vermasselt (1147) und sich auch im zweiten nicht wesentlich steigern können (1155). Als die Sichtung in die zweite Runde ging, steigerte sich der Wilzhofener auf seine bisherige Bestleistung (1163). Gleich im Anschluss erlebte er aber auch seinen Tiefpunkt (1146). Mit diesen Ergebnissen hatte er sich aus dem Kader geschossen, auch wenn noch zwei Programme anstanden. Dass er dann bei extrem schwierigen Bedingungen die viertbeste Leistung aller Teilnehmer aufstellte, entlockte ihn nur ein genervtes „weil es schon zu spät war.“ Ohne Druck gelangen ihm 1156 und 1166 Ringe. „Richtige Lehren ziehe ich nicht daraus, weil ich nichts wirklich falsch gemacht habe.“ Ulbrich weiß selbst nicht so wirklich, was er falsch gemacht hat und was er in Zukunft anders machen soll. Nur eines ist für ihn klar: „Das bedeutet Bayernkader.“ Für die Nationalmannschaft kann er sich erst im nächsten Jahr wieder qualifizieren.

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