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Podiumsdiskussion mit drei Bürgermeisterkandidaten: (v.l.) Harald Mansi, Frank Buchberger und Ignaz Jochner.

Kommunalwahl 2020

Podiumsdiskussion in Wielenbach: Drei Kandidaten, 300 Besucher

„Es ist eine einmalige Veranstaltung“, so Andreas Rutzmoser zur Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeisterkandidaten in Wielenbach. Über 300 Besucher waren am Dienstag auf Einladung der Vereine ins Feuerwehrhaus gekommen, um sich über die Ziele von Frank Buchberger, Ignaz Jochner und Harald Mansi zu informieren. Rutzmoser und Siegfried Sedlmayr moderierten.

Wielenbach – Der Bautechniker Frank Buchberger legte einen Schwerpunkt in seiner Vorstellung auf seine Tätigkeit als Vorstand der „Dorfgemeinschaft Haunshofen“, deren größtes Projekt der Bau der Dorfwirtschaft und des Vereinshauses war. Der Immobilienverwalter Harald Mansi erwähnte sein Studium des Bauingenieurwesens, seine 30-jährige Erfahrung in der Politik und seine Fähigkeit zu managen. Mansi: „Ich kann Bürgermeister.“ Der Müllermeister Jochner sagte wenig über sich und lud die Anwesenden zum politischen Aschermittwoch in Wilzhofen ein.

Bei der im Vorfeld zugestellten Frage nach den drei wichtigsten Problemen, die sie lösen wollen, gingen die Antworten nicht weit auseinander. Genannt wurden die Straßenreparatur, der Bau eines neuen Rathauses, eines Hauses für Vereine und von Räumen für die Kinderbetreuung. Auch ein Wirtshaus im Ortszentrum halten alle für wünschenswert. Buchberger und Mansi wollen zudem bezahlbaren Wohnraum und Gewerbeflächen schaffen, wobei Mansi zu bedenken gibt, dass in Wielenbach das Geld nicht auf der Straße liegt. Im Gegenteil: Auf den Straßen würden Schulden liegen, weil es einen Investitionsstau gebe.

Aus dem Publikum kam die Frage nach der Lösung des Verkehrsproblems. Mansi schlägt den zweigleisigen Ausbau der Bahn und Haltepunkte in Wielenbach und Wilzhofen vor. Jochner setzt auf eine erweiterte Linienführung des Weilheimer Stadtbusses. Buchberger hält einen Bahnhalt an der Ammerseestrecke und den Einsatz von Bürgerbussen für sinnvoll.

„Die Devise lautet: Wielenbach first“

Auch ein heißes Eisen wurde angepackt: die Explosion der Baulandpreise. Jochner sieht das Problem in Zuzug von Reichen: „Die ganz Reichen wollen am Starnberger See liegen und die, die dafür zu wenig Geld haben, kommen zu uns.“ Er rechnet mit Baulandpreisen von 300 Euro pro Quadratmeter im Einheimischenmodell: „Weniger wird nicht gehen.“ Zur Vergabe von Grundstücken griff er auf Donald Trump zurück: „Wielenbach first!“ müsse die Devise heißen.

Buchberger gab zu bedenken, dass es meist einheimische Landwirte seien, die den Boden hätten und so hohe Preise dafür verlangten. Die einzig mögliche Reaktion sei flächensparendes Bauen und nachverdichten. Mansi sieht es ähnlich. In einer freien Marktwirtschaft sei es nicht anders möglich. Bei steigender Nachfrage würden die Preise steigen. Er schlägt den Bau von Reihenhäusern und Geschosswohnungen vor.

Während Mansi sich als „Freund dieser Technologie bezeichnet, ist Buchberger „eher einer von den besorgten Bürgern“, weil das 5G-Netz nicht den Bürgern diene. Jochner will „erst mal Handy-Empfang, dann kann man über 5G reden“.

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Bei der Umstellung auf erneuerbare Energien setzt Jochner auf Anlagen, die den Bürgern gehören, Buchberger spricht sich klar für die Nutzung von Wind- und Wasserkraft sowie PV-Anlagen auf Dächern aus, und Mansi will die Energieversorgung dezentralisieren, auch mit der Nutzung von Biogas.

Einigkeit herrscht beim Hochwasserschutz, der vor allem für die Hardtsiedlung und Wilzhofen wichtig ist. Für Mansi ist klar, dass dieser zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde gehört, laut Buchberger ist der Hochwasserschutz nur eine Frage der Finanzierung. Er meint: „Zu lange warten dürfen wir nicht.“ Jochner will erst einmal das Loch im Staudamm am Rückhaltebecken größer machen, damit das Becken nicht mehr überläuft. VON ALFRED SCHUBERT

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