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Gutes Team: der Wielenbacher Sebastian Duntsch mit seiner Tochter Lilien. 

Männer in Elternzeit 

„Eine wunderbare Zeit“

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Wielenbach  - Mehr als jeder dritte Vater im Landkreis nimmt Elterngeld in Anspruch und bleibt eine Weile beim Kind daheim. Für Sebastian Duntsch war es sie eine "wunderbare Zeit".

„Ich kann es nur empfehlen, es war eine wunderbare Zeit“, sagt Sebastian Duntsch aus Wielenbach über die zwei Monate Elternzeit, die er im ersten Lebensjahr seiner heute etwa zweijährigen Tochter genommen hat. „Es war mir auch wichtig, meiner Frau unter die Arme zu greifen.“ Der 31-Jährige gehört zu den vielen Vätern aus dem Landkreis, die bisher eine Familienpause eingelegt haben und in dieser Zeit vom Staat Elterngeld bezogen haben.

Die Statistik zeigt, wie beliebt das Elterngeld ist: So hat mehr als jeder dritte Vater aus dem Landkreis, dessen Kind 2013 geboren wurde, diese finanzielle Hilfe in Anspruch genommen – und in dieser Phase eben auch eine berufliche Pause gemacht. Auf die 1083 Neugeborenen des Jahres 2013 kommen 447, deren Väter Elterngeld erhielten. Diese Quote von 41,3 Prozent liegt über dem bayernweiten Durchschnitt von 39,9 Prozent und noch deutlicher über dem Bundesdurchschnitt von 32 Prozent. Für das Geburtsjahr 2010 lag der Wert im Landkreis noch bei 36,8 Prozent.

Ein Vater aus dem Landkreis, der 2015 Zwillingsnachwuchs bekam, hatte zunächst einen Monat Urlaub. Dann nahm er zwei Monate Elternzeit. „Das war durch das Elterngeld erst möglich“, erklärt der Mann, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Es hat die Lage entspannt trotz der anstrengenden Situation. Wir haben nämlich keine Familie, die helfen kann, vor Ort.“ Auch der Zwillingsvater hat seine Auszeit vom Beruf genossen, in der er viel von seinen Kindern mitbekommen habe. Jetzt sei seine Situation anders: „Wenn ich von der Arbeit heimkomme, ist meine erste Frage: ,Was hab’ ich heute verpasst?‘.“

Dass das Elterngeld bei Vätern aus dem Landkreis auf großes Interesse stößt, bestätigt Marie Spale von der Anlaufstelle „KoKi – Netzwerk frühe Hilfen“ am Landratsamt Weilheim-Schongau: Die meisten Väter, die zu ihr und ihrer Kollegin Nicole Tebbe in die Beratung kommen und keine Selbstständigen sind, nehmen laut Spale zwei Monate Auszeit vom Beruf (Zahlen des Statistischen Bundesamts, siehe Kasten). Im Laufe eines Jahres beraten die beiden Frauen rund 70 Paare zu verschiedenen Fragen. Bei Vätern weniger gefragt als das so genannte Basiselterngeld ist nach Spales Erfahrung das 2015 eingeführte „ElterngeldPlus“, das an eine Teilzeitbeschäftigung geknüpft ist.

Dass das Basiselterngeld aber zunehmend beliebt sei, so Spale, hänge auch mit der aufgeschlossenen Haltung der Arbeitgeber zusammen. Tebbe hat allerdings festgestellt: „Nicht alle Betriebe sind glücklich. Das gilt vor allem für kleinere Betriebe, etwa aus dem Handwerk.“

Sebastian Duntsch hat mit seinem Ansinnen, in Elternzeit zu gehen, bei seinem Arbeitgeber damals für eine Überraschung gesorgt, wie er erklärt. In seiner Position als Filialleiter sei es im Betrieb nicht üblich gewesen, Vätermonate zu nehmen. Doch inzwischen, so Duntschs Eindruck, „ist das Eis gebrochen“.

Auskunft

über die Beratungsstelle „KoKi“ gibt es im Internet (Homepage des Landratsamtes). Auf der „KoKi“-Seite befindet sich ein Link („Elterngeldantrag“) zu Infos rund ums Elterngeld. Als Ansprechpartner in Sachen „Elterngeld“ empfiehlt Marie Spale auch die vier Schwangerschafts-Beratungsstellen im Landkreis.

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