Mattias Bischoff mit der zerlegten Lampenskulptur, die er vor der Beteiligung an der Skulpturenschau in der Schweiz noch verbessern wollte.
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Mattias Bischoff mit der zerlegten Lampenskulptur, die er vor der Beteiligung an der Skulpturenschau in der Schweiz noch verbessern wollte.

Mitte März ist es soweit

Mit Steinleuchte zu internationaler Schau

Quer geschlitzte Granitsteine, innen golden gefärbt und aus dem scheinbar natürlich gewachsenen Riss effektvoll leuchtend: Die Kunstwerke von Mattias Bischoff aus Wilzhofen sind Skulptur und Lampe in einem. Nun ist erstmals eine seiner Steinleuchten bei der internationalen Skulpturenausstellung in Bad Ragaz in der Schweiz zu sehen.

Wilzhofen – Mitte März wird es soweit sein: Dann kommt der von den Schweizern beauftragte Lastwagen und übernimmt das größte Leucht-Objekt, das Bischoff bisher geschaffen hat. Der Lampenstein mit der Bezeichnung „Eins, zwei, drei“ ist mit seinen gut 4,5 Tonnen so schwer, dass er in zwei Hälften zerlegt transportiert werden muss.

„Eigentlich brauche ich mich um fast nichts mehr kümmern“, sagt Bischoff, der durch Zufall von der internationalen Skulpturenausstellung in Bad Ragaz erfahren hatte: „Vor drei Jahren machte ich eine Pause in der Schweizer Autobahnraststätte ,Heidiland’, kam ins Gespräch über meinen Beruf als Steinbildhauer und wurde dann gleich auf die Möglichkeit einer Bewerbung aufmerksam gemacht.“ Denn die Bewerbung und die folgende Einladung sind Voraussetzung, um sich bei der achten „Bad RagARTz – Skulpturenausstellung unter freiem Himmel“ zu beteiligen.

Schon dass Bischoffs Projekt-Skizze vor einem Jahr überhaupt akzeptiert wurde, ist eine Auszeichnung. „Bewerbungen kamen von rund 2500 Künstlern, genommen wurden nur 80“, sagt Bischoff – inzwischen sind allerdings bloß mehr 76 Teilnehmer am Start.

Die Lampenskulptur „Ein, zwei, drei“ ist zwar tonnenschwer, doch ihr Titel ist eine heitere, leichte Anspielung an die Kantenlänge von 123 Zentimetern. Dass die würfelförmige Arbeit nicht kalt wirkt, liegt am verwendeten Granit aus Nammering im Bayerischen Wald, der in der Tiefe mit einem satten gelben Farbton durchmustert ist.

In leuchtendem Zustand: das Ausstellungsobjekt.

Sobald im Dunklen das Licht aus der Steinspalte strahlt, wird die Erscheinung noch einmal wärmer, denn nur der Außenrand des Steinschlitzes ist vergoldet, der Innenbereich hingegen verkupfert. „Sonst wirkt das Licht zu gelb“, erklärt Bischoff und ergänzt: „Das Arrangement der Farben folgt Erfahrungswerten.“

Bischoff wollte die Wirkung der Leuchte noch perfektionieren. Aus einem bestimmten Winkel habe man die inneren Verbinder sehen können, ebenso die eingesetzten Lampen, sagt Bischoff, der das Kunstobjekt erstmals Mitte 2020 zur Ausstellung „Acht am Bach“ in Wilzhofen präsentierte. In der Endfassung soll dann auch das Innere absolut stylish wirken, selbst wenn man von verschiedenen Winkeln späht.

Bischoff ist positiv angespannt, ob das Objekt heil am Alpenrhein anlangt. Zur Aufstellung der Leucht-Skulptur werde er jedenfalls mitfahren und das Kunstobjekt am Bestimmungsort im Kanton St. Gallen millimetergenau ausrichten. „Erst wenn alles möglichst exakt gelungen ist, kann ich dann wirklich Freude empfinden“, erklärt der Perfektionist.

Bischoff ist neugierig darauf, welche Kontakte sich aus der international bekannten Ausstellung ergeben, die damit wirbt, Europas größte Open-Air-Skulpturenschau zu sein. Im Idealfall werde er seine Steinleuchte nach Ausstellungsende in der Schweiz belassen, denn es gebe bereits erste Signale von Kaufinteressenten.

Infos:

Geöffnet ist die Schau „Bad RagARTz“ vom 8. Mai bis zum 31. Oktober; da sie größtenteils als Open Air konzipiert ist, wird sie aller Voraussicht nach tatsächlich durchgeführt.

Unter Eingabe des Stichworts „Lampen aus Granit“ findet sich ein Beitrag in der ARD-Mediathek über den Künstler Mattias Bischoff und sein Werk (www.ardmediathek.de).

VON ANDREAS BRETTING

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