Mit diesem Foto verschickte Peta seine Pressemitteilung.
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Mit diesem Foto verschickte Peta seine Pressemitteilung.

Auf einer Weide bei Weilheim

PETA zeigt angebliche Tierquälerei an - Veterinäramt kontert: „Der Kuh geht‘s gut“

Ein Landwirt aus Wilzhofen würde sich nicht um eine verletzte Kuh kümmern. Das zeigte die Tierschutzorganisation PETA jetzt an. Das Veterinäramt reagierte sofort.

Wilzhofen/Weilheim – Eine Kuh liege „völlig entkräftet“ seit Tagen allein auf einer Weide bei Wilzhofen – ohne Wasser und Witterungsschutz. Diese Pressemitteilung versandte die Tierschutzorganisation PETA, verbunden mit Kritik an Landwirt und Veterinäramt. Die Behörde indes gibt Entwarnung: Alles in Ordnung, die Kuh werde keineswegs vernachlässigt.

„Entkräftete Kuh“ in Wielenbach: PETA stellt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft

Seit 22. August befinde sich die Kuh in dieser misslichen Lage, obwohl das Veterinäramt informiert worden sei, schreibt die Tierschutzorganisation. Laut einer Zeugin, die den Fall PETA gemeldet hat, habe der Landwirt mit einem Tritt in die Flanke versucht, das Tier zum Aufstehen zu bewegen. Daher habe PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München II erstattet und sofortige Hilfe für das mutmaßlich kranke Tier gefordert. Der Fall lasse einzig und allein den Schluss zu, „dass auch in diesem Fall der mögliche Tod des Tieres wissentlich in Kauf genommen wird, um zusätzliche Kosten zu vermeiden“, wird Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin bei PETA, in der Pressemitteilung zitiert.

Dass die Kuh krank ist, bestätigt auch das Veterinäramt in Weilheim – ansonsten unterscheiden sich die Einschätzungen fundamental. Wie eine Nachfrage bei dem Leiter der Behörde, Jens Lewitzki, ergab, habe man die Kuh in Augenschein genommen und mit dem betroffenen Landwirt gesprochen. Der habe nachweisbar versichert, dass die Kuh in Behandlung sei.

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PETA-Anzeige wegen Kuh: Veterinäramt bestätigt Verletzung - aber auch Versorgung

Laut Veterinäramt geht es dem Tier, das an einer Sehnenverletzung im Beinbereich leidet, wieder besser: Bereits bei der ersten von mehreren Kontrollen sei die Kuh selbstständig aufgestanden und habe aus eigener Kraft stehen sowie sich auf der Weide frei bewegen und ohne fremde Hilfe Futter und Wasser aufnehmen können. „Die Versorgung des Tieres war nachvollziehbar sichergestellt“, so die Behörde in einer Stellungnahme. Die Kontrolle habe keinerlei Verstöße gegen das Tierschutzgesetz ergeben. Der Zustand des Tieres entspreche dem Stand der laufenden tierärztlichen Behandlung. Ein Fehlverhalten des Landwirts „war zu keinem Zeitpunkt zu ermittteln“, so Lewitzki.

So fand das Veterinäramt die Kuh tatsächlich vor - friedlich grasend auf der Weide.

Es gehen beim Veterinäramt immer wieder Beschwerden bezüglich Tierhaltung ein. Denen gehe man stets nach – „unabhängig von der Person, vom Rang und von der Reputation des Anzeigenstellers und auch, ob jene Person bereits öfters unbegründet solche Anzeigen gestellt hat“, schreibt die Behörde in Bezug auf die Zeugin. Die Fundiertheit dieser Anzeigen variiere stark und hänge vor allem vom Umfang der Informationen und der Tierart ab.

In seltenen Fällen werden Tierhalter auch verurteilt, dann meist wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Aber längst nicht alle Beschwerden sind gerechtfertigt. Vor einigen Jahren klagte eine Frau darüber, dass Highlandrinder im Winter auf der Weide gehalten werden statt im warmen Stall. Das Veterinäramt konnte beruhigen: Die Tiere mit dem zotteligen Fell fühlten sich genau dort am wohlsten. Von Johannes Thoma

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