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Beim  Festumzug:  Pfarrer Bernhard Schönmetzler

Pfarrei Wielenbach

Mitglied des „Bodenpersonals“ verabschiedet

In der Pfarrei Wielenbach geht eine Ära zu Ende. Bernhard Schönmetzler war 37 Jahre Pfarrer und kehrt jetzt für den Ruhestand in seine Heimat im Allgäu zurück.

Wielenbach – Pfarrer sollten „Menschen unter Menschen“ sein, denn sie könnten „Menschen nicht dienen, deren Lebensverhältnisse ihnen fremd sind“. Dies war einer der Leitsätze, die er vor 42 Jahren mit auf seinen Weg als Pfarrer genommen hat, so der Geistliche in der Predigt bei seinem Abschiedsgottesdienst am Dienstag, bei dem die Kirche St. Peter mit mehr als 400 Besucher sehr gut gefüllt war.

Als Pfarrer habe er stets versucht, „in der Welt zu sein, ohne der Welt verfallen zu sein“, so Schönmetzler, der fast 37 Jahre lang Seelsorger in Wielenbach war. Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Manfred Schöffler würdigte das Engagement des Pfarrers. Er sei immer den Menschen zugetan gewesen, und habe sich vielfältig engagiert. So sei er Mitglied in vielen Vereinen und habe an vielen Veranstaltungen dieser Vereine teilgenommen. In diesem Sinne sei er Mensch unter Menschen gewesen. Dabei sei der Pfarrer, der sich in der Kirche als „Mitglied des Bodenpersonals“ gesehen habe, durchaus manchmal fortschrittlicher als die Obrigkeit gewesen. So sei die Pfarrei eine der ersten gewesen, in der es auch Ministrantinnen gegeben habe.

Schöffler sieht es mit einem weinenden und einem lachenden Auge, dass Schönmetzler jetzt in Ruhestand geht. Einerseits werde man ihn in Wielenbach vermissen, andererseits vergönne man ihm aber auch, dass er nach so langer Zeit endlich den Ruhestand genießen könne, für den er sich den richtigen Ort ausgesucht habe – in Wiggensbach bei Kempten, woher er stammt, werde er zwischen Kirche und Fußballplatz wohnen. Damit er seine Wirkungsstätte nicht vergisst, überreichte ihm Schöffler eine Sammlung mit Bildern aus dem Leben in der Gemeinde.

Verabschiedung von Pfarrer Schönmetzler: Die Bilder

Hans Schwaiger, der Vorsitzende von der Kirchenverwaltung St. Peter würdigte die gute Zusammenarbeit und wünscht sich, dass Schönmetzler seine ehemalige Gemeinde noch oft besuchen komme. Er überreichte ihm eine symbolische Tankstelle, gefüllt mit Benzingeld für die Fahrten nach Wielenbach.

Auch die Landfrauen dachten an die Reisefreudigkeit von Schönmetzler. Sie bewirteten die Gäste am Feuerwehrhaus, wo nach Gottesdienst und Festzug der weltliche Teil der Feier begann, am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen. Den Erlös verwendeten sie für einen Gutschein, mit dem Schönmetzler eine Reise an seinen Lieblingsort in der Schweiz machen kann. Er wird nach Flüeli fahren, wo Bruder Klaus, der Schutzpatron der Schweiz, gewirkt hat. Der Wilzhofener Kirchenpfleger Bernhard Kölbl bemerkte, dass die Kirche selbst in der Christmette und in der Osternacht noch nie so voll war, wie an diesem Feiertag. Schönmetzler griff dies auf und scherzte: „Es ist doch gut, wenn der Pfarrer weggeht“, dann sei „die Kirche auch mal ganz voll“.

Am Feuerwehrhaus wurde bis in den späten Nachmittag gefeiert. Mehrere Vereine überraschten den scheidenden Pfarrer dabei mit Aufführungen, die Musikkapelle Wielenbach spielte dazu auf. Eine sehr persönliche Rede hielt Siegfried Sedelmayr, der frühere Vorsitzende des SV Wielenbach, auch im Namen der anderen Ortsvereine, in denen sich Schönmetzler engagierte. Er lobte Schönmetzlers Allgemeinbildung, die sich zum Beispiel beim Spielen von „Trivial Persuit“ gezeigt habe, genauso wie seinen Einsatz für das Zusammenwachsen der Ortsteile und die Fähigkeit, die richtigen Worte zu finden – auch bei traurigen Anlässen. Er sprach auch über seine Freundschaft, bei der nicht immer Sonnenschein geherrscht habe. Zum Abschied überreichten Rosemarie Sedelmayr, Petra Abenthum und Angelika Baumgartner Schönmetzler ein Abschiedsgeschenk der Vereine. Jene drei Frauen hatten Schönmetzler 1980 den Schlüssel für Pfarrhof und Kirche überreicht.

Alfred  Schubert

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