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Heißes Wasser aus dem Untergrund des Weilheimer Moos (rechter Kreis) sollte das Geothermie-Kraftwerk betreiben, bevor es unter Stillern (linker Kreis) in den Untergrund zurückgeführt werden sollte. 

Wielenbach

Rückbau des Bohrplatzes geplant

Nachdem die Bohrung in der Wielenbacher Lichtenau nicht erfolgreich genug war, wurde das Vorhaben aufgegeben, dort ein Geothermie-Kraftwerk zu bauen (wir berichteten). Die Bohranlage ist bereits abgebaut, jetzt soll auch der Rückbau des Bohrplatzes beginnen.

Der Betreiber des Bohrplatzes, die „Erdwärme Oberland“ hat „den Betriebsplan für den Platzrückbau Mitte Dezember beim Bergamt Südbayern eingereicht“, wie die Pressesprecherin der Regierung von Oberbayern, Verena Gros, auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte.

Die Unterlagen seien bereits auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft worden. Das Bergamt eröffne nun das Beteiligungsverfahren, bei dem betroffene Behörden um Stellungnahme gebeten werden. Im Wielenbacher Teil der Lichtenau, kurz hinter der Weilheimer Stadtgrenze am nördlichen Ende der Altvaterstraße, sollte ein großes Geothermie-Kraftwerk gebaut werden, möglicherweise sogar das größte in Deutschland. Die Untersuchungen mit „Vibro-Trucks“ hatten den Investoren große Hoffnung gemacht.

In einer Tiefe von rund vier Kilometern sollte eine wasserführende Schicht sein, deren heißes Wasser sich für den Betrieb des Kraftwerks eignet. Das Wasser sollte durch vier Förderbohrungen aus dem Untergrund des Weilheimer Moos geholt werden. Nach der Nutzung sollte es durch vier weiter westlich niedergebrachte Reinjektionsbohrungen unterhalb des Raistinger Weilers Stillern wieder im Boden versenkt werden. Neben der Stromerzeugung hätte mit dem Wasser auch eine Fernheizung für Weilheim betrieben werden können. Das Wasser wurde gefunden – allerdings nicht in ausreichender Menge für den Betrieb eines Kraftwerks. Das Vorhaben war umstritten. Während Umweltschützer Gefahren für die Umwelt fürchteten, sahen andere Bürger in der nachhaltigen Stromerzeugung und Gewinnung von Wärme für eine Fernheizung einen Fortschritt auf dem Weg zur Energiewende.

Alfred Schubert

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