+
Energieberater aus dem Landkreis informierten sich über die PV-Freiflächenanlage, die Wielenbacher Bürgern gehört. Im hellblauen Anorak Hubert Lautenbacher . 

Treffen der Energieberater in Wielenbach

Erfolgsmodell „Energiegenossenschaft “

Photovoltaik ist immer noch ein großes Thema. In Wielenbach trafen sich nun Energieberater  zum Austausch am Solarfeld.

Wielenbach  - „Die Energiegenossenschaft Wielenbach ist ein wahres Erfolgsmodell“, so Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die am Mittwoch zu einer Besichtigung der Solaranlage der Genossenschaft gekommen war. Auf Einladung der „Energiewende Oberland“ (EWO) trafen sich am Nachmittag die Energieberater der Landkreis-Kommunen auf dem Gelände der ehemaligen Kiesgrube, um sich über den Bau und Betrieb von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen zu informieren.

Der Landkreis Weilheim-Schongau ist mit 15 Anlagen in diesem Bereich führend auf dem Gebiet der EWO, das vier Landkreise umfasst. In Garmisch-Partenkirchen gibt es zwei Anlagen, in den beiden anderen Landkreisen je eine.

Hubert Lautenbacher vom Vorstand der Genossenschaft in Wielenbach brachte Zahlen zur Anlage. Nachdem 2010 im Gemeinderat die ersten Überlegungen zur nachhaltigen Stromversorgung – Wasser, Sonne und Wind wurden diskutiert – angestellt wurden, wurde es 2013 konkret. Mit der Gründung einer Genossenschaft durch 19 Bürger begann das Projekt. Genossenschaftsanteile und Darlehen brachten 700 000 Euro, die Hälfte des benötigten Kapitals. Dann seien „auch die Banken aufgesprungen“, die sich am Anfang „noch geziert“ hätten. Außerdem gab es 200 000 Euro Zuschuss für die Anlage, die auf einer Konversionsfläche, einer Aushubdeponie in einer ehemaligen Kiesgrube, gebaut wurde. Lautenbacher zusammenfassend: „Ich kann jedem nur empfehlen: Machts eine Genossenschaft.“

Laut Vorstandsmitglied Erwin Welzmüller hat die Anlage eine Spitzenleistung von 1,3 Megawatt. Damit lassen sich pro Jahr 1,3 bis 1,4 Gigawattstunden elektrische Energie erzeugen, was etwa dem Verbrauch von 15 Prozent der Wielenbacher Haushalte entspricht. Dabei habe die Anlage, die Störungen auf das Smartphone des Überwachungstechnikers meldet, eine Verfügbarkeit von rund 99 Prozent.

Mit der Veranstaltung sollte laut EWO-Mitarbeiter Andreas Scharli auch gezeigt werden, dass viele Vorurteile gegen PV-Freiflächenanlagen nicht zuträfen. Bürger seien nicht dagegen, wenn nicht ein anonymer Großinvestor, sondern sie selbst Eigentümer seien. Es werde auch kein Boden verbraucht, wie oft behauptet wird, da die Anlage nach der Betriebszeit wieder vollständig zurückgebaut werden kann. Auch während des Betriebs gehe die Natur nicht verloren, da der Boden nicht versiegelt werde. Auf dem Rasen zwischen und unter den PV-Elementen leben Kleintiere. In Wielenbach gibt es laut Lautenbacher unter anderem Blindschleichen und Eidechsen. Außerdem könnten Schafe die Fläche abweiden.

Alfred Schubert

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Pähler Jungfußballer sind kleine Werbestars und drehten dafür sogar mit einem berühmten Bayern-Profi
Da wird selbst ein Thomas Müller zum Nebendarsteller: Einige Jugendfußballer des TSV Pähl sind zurzeit in aller Munde – als die heimlichen „Stars“ im neuen Werbeclip des …
Pähler Jungfußballer sind kleine Werbestars und drehten dafür sogar mit einem berühmten Bayern-Profi
Erster Schritt zu Nachverdichtung am Öferl
Für die geplanten Neubauten auf dem Areal der ehemaligen Firma „Deckel“ am Öferl wird bald ein Bebauungsplan aufgestellt. Bei aller Sorge um die Folgen der zahlreichen …
Erster Schritt zu Nachverdichtung am Öferl
Kreistag beschließt Nachtragshaushalt - Debatte über teure Vorhaben
Der Beschluss über den Nachtragshaushalt des Landkreises sorgte im Kreistag kurz vor den Kommunalwahlen für eine Debatte über die zahlreichen Vorhaben, die in Zukunft …
Kreistag beschließt Nachtragshaushalt - Debatte über teure Vorhaben
Bald geht es los - wieder ein fünfwöchiges Eismärchen in Penzberg
Penzberg bekommt auch in diesem Winter wieder sein Eismärchen. Zum sechsten Mal in Folge wird auf dem Stadtplatz eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen entstehen. Das …
Bald geht es los - wieder ein fünfwöchiges Eismärchen in Penzberg

Kommentare