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Trotz Sperrung wird der Verbindungsweg zwischen Wielenbach und Unterhausen von vielen jugendlichen Mofa- und Rollerfahrern benutzt. Er ist für sie eine ungefährliche Alternative zur stark befahrenen Bundesstraße.

Wirtschaftsweg nach Unterhausen

Viel Unmut wegen vieler Anzeigen

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Um mit dem Roller nach Weilheim zu fahren, nutzen Jugendliche aus Wielenbach gerne einen Landwirtschaftsweg nach Unterhausen. Legal ist diese Route allerdings nicht – was vielen von ihnen schon eine Anzeige eingebracht hat. Dass die Verstöße stets von derselben Person gemeldet werden, ärgert den Vater einer Betroffenen.

Unterhausen/Wielenbach – Peter Reicheneder ist sauer. Grund ist ein Bußgeldbescheid, den seine 18-jährige Tochter kürzlich erhielt. Mit ihrem Roller fuhr sie im Juli über einen für Fahrzeuge gesperrten Landwirtsschaftsweg, der zwischen Wielenbach und Unterhausen verläuft, um zur Schule nach Weilheim zu kommen. „An der Dorfstraße in Unterhausen ist momentan eine Baustelle. Meine Tochter müsste mit ihrem Roller über die B 2 fahren – aber das ist einfach furchtbar gefährlich“, sagt er.

Was Peter Reicheneder ärgert, ist weniger das Bußgeld. In erster Linie stört ihn die Art und Weise, wie es zur Anzeige kam. „Eine Dame aus Unterhausen hat sich an dem Weg positioniert, um die Kennzeichen der Rollerfahrer, die dort vorbeikommen, zu notieren“, sagt er. Die oft noch jugendlichen Mofa- und Rollerfahrer anzuzeigen, die sonst seiner Aussage nach auf die stark befahrene Bundesstraße ausweichen müssten, sei für ihn ein Aufreger.

Seinen Schilderungen zufolge lege sich die Anzeigenerstatterin sogar mit einem Fernglas auf die Lauer, um möglichst viele Rollerfahrer melden zu können. „Es geht mir gar nicht um das Bußgeld in Höhe von 20 Euro“, sagt er, „sondern darum, wie man in einer Gesellschaft miteinader umgeht.“

Bei der Polizei gibt man sich verhalten

Wie Reicheneder weiter berichtet, würde die Anzeigenstellerin nicht nur an dem etwa ein Kilometer langen geteerten Landwirtschaftsweg auf Verkehrssünder warten. Auch an anderen gesperrten Straßen würde sie sich positionieren. Selbst ein nicht angeleinter Hund hätte dem Besitzer des Tieres schon einmal ein Bußgeld eingebracht – so erzählt es der Wielenbacher. „Ich glaube, dass es für diese Frau eine persönliche Genugtuung ist, Leute bei Verstößen bei der Polizei anzuzeigen“, meint er.

Auf Nachfrage bei der Weilheimer Polizeiinspektion gibt man sich verhalten. Dass vermehrt Anzeigen eingehen, weil Fahrzeuge über den Verbindungsweg zwischen Wielenbach und Unterhausen fahren, bestätigt Polizeihauptkommissar Bernd Schewe aber. „Bezüglich dieser Straße gehen bei uns viele Anzeigen ein, denen wir nachgehen müssen“, sagt er, „das Befahren einer gesperrten Straße ist nun mal ein Verstoß.“

Dazu, wie viele Verstöße die Anwohnerin aus Unterhausen generell melden würde, möchte er sich nicht äußern. „Ich kann nur sagen, dass alle Anzeigen, die bei uns eingehen, geprüft werden und abgearbeitet werden müssen“, sagt er.

Rechtlich ist die Lage klar

Die Anzeigenstellerin aus Unterhausen, die auf Anfrage der Heimatzeitung keine Stellungnahme abgeben wollte, zieht so zwar den Unmut der Anwohner auf sich. Rechtlich gesehen lässt sich ihr aber kein Vorwurf machen. „Der Weg ist für motorisierte Fahrzeuge komplett gesperrt“, sagt auch Andreas Wunder vom Weilheimer Ordnungsamt. Lediglich für die Nutzung des Weges mit einem Mofa ließe sich im Verkehrsauschuss ein entsprechender Antrag stellen. „Die Befahrung mit einem Roller ist auf einem Landwirtschaftsweg generell nicht zulässig – daran lässt sich auch nichts ändern“, sagt er. Laut dem Leiter des Ordnungsamtes seien die Asphaltierungsarbeiten an der Unterhausener Dorfstraße, die zu der Sperrung führten, nun allerdings sowieso beendet.

Für Peter Reicheneders Tochter hat sich die Lage außerdem aus einem ganz anderen Grund entspannt. Denn die 18-jährige Wielenbacherin hat nun den Autoführerschein gemacht. Künftig wird sie wohl mit dem Auto über die Bundesstraße nach Weilheim zur Schule fahren, statt die Strecke über den Landwirtschaftsweg mit dem Roller zurückzulegen.

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