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Der Wielenbacher Gemeinderat wünscht eine Verbindung vom Einmündungsbereich der Staatsstraße 2066 in die B2 (beim gelben Schild) zur Pähler Umfahrung (hinten, vor der Solaranlage). 

Gemeinderäte sehen Problem mit Lärmschutz 

Wielenbach übt Kritik an Ausbau der B 2: Arbeitsgruppe soll bessere Lösung präsentieren 

Mit den Planungen des Staatlichen Bauamts Weilheim für den Ausbau der Bundesstraße B 2 im Bereich von Wielenbach sind die Gemeinderäte nicht zufrieden. Eine Arbeitsgruppe soll jetzt eine für ihre Gemeinde bessere Lösung präsentieren.

Wielenbach – Die Regierung von Oberbayern hat das Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der B 2 im Bereich nördlich von Wielenbach bis Pähl eingeleitet. Der Plan umfasst den dreistreifigen Ausbau der B 2 von der Einmündung der Staatsstraße 2056 im Süden bis zur Einmündung der Kreisstraße WM 2 im Norden. 

In diesem Bereich liegt auch der Anschluss der Staatsstraße 2066, der durch eine Brücke sicherer gemacht werden soll. Dabei werden auch zwei Anschlusspunkte beseitigt: der der Schützenstraße und der des nördlichen Astes der Staatsstraße 2066.

Gemeinderat will erst Gesamtplanung sehen

Der Gemeinderat Wielenbach sieht allerdings ein Problem im Lärmschutz. Dieser ist nur für das Westend vorgesehen, nicht aber für die Siedlung „Am Hinterfeld“ nördlich davon. Den Gemeinderäten gefällt auch nicht, dass durch den Ausbau dieses Abschnitts Tatsachen geschaffen werden, die einen Anschluss von Wielenbach und Wilzhofen verhindern könnten, der aber im Sinne der Gemeinde ist. Die Räte wollen zuerst eine Gesamtplanung sehen, bevor sie Entscheidungen über Details treffen.

„Ich verstehe nicht, was der Kreisel da für einen Sinn hat“, sagte Bürgermeister Korbinian Steigenberger zu einem Kreisverkehr östlich der B 2, der im Plan mitten in der Staatsstraße 2066 liegt, aber keine weiteren Äste hat. Auch den anderen Mitgliedern des Gremiums erschloss sich die Funktion des Kreisels nicht.

Nach Ansicht mehrerer Räte wäre eine Verbindung der von Tutzing kommenden Straße mit der Pähler Umfahrung sinnvoller als die vorgelegte Planung, da diese Straße auch Pähl vom Verkehr zwischen Ammersee und Starnberger See entlasten würde.

Zahlen und Hochrechnungen sind aus der Vergangenheit 

Andreas Karrer sieht ein grundsätzliches Problem in der Planung. Sie beruhe auf Zahlen und Hochrechnungen aus der Vergangenheit. In den letzten Jahren habe jedoch ein gesellschaftlicher Wandel stattgefunden. Karrer ist sich sicher: „Auch die Mobilität wird sich ändern.“ 

Dies sieht auch Gemeinderatskollege Hermann Gerold so. Er hält es für sinnvoll, die Bahnlinie zwischen Tutzing und Garmisch zweigleisig auszubauen, damit eine dichtere Zugfolge möglich wird und mehr Autofahrer auf die Bahn umsteigen. So würde sich der weitere Straßenausbau, der noch mehr Verkehr anziehe, erübrigen.

Stellungnahmen können abgegeben werden 

Da das Thema in der Sitzung nicht abschließend behandelt werden konnte, bildete der Rat einen Arbeitskreis, der einen für die Gemeinde annehmbaren Vorschlag ausarbeiten soll. Zu der Besprechung des Arbeitskreises soll auch ein Vertreter des Staatlichen Bauamts eingeladen werden.

Auch die Meinung der Bürger zu dem Straßenbauvorhaben sind gefragt. Die Pläne liegen bis 23. August im Rathaus zur Einsicht aus. Stellungnahmen können bis spätestens 23. September schriftlich oder zur Niederschrift bei der Gemeinde oder der Regierung von Oberbayern eingereicht werden.

VON ALFRED SCHUBERT

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