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Symbolbild

Wilde Versicherungsmodelle ausgedacht

Betrüger muss viereinhalb Jahre in Haft

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Ein Projektmanager (39) aus dem Landkreis muss für sein kriminelles Wirken schwer büßen. Das Landgericht München II verurteilte ihn am vergangenen Montag wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Zunächst einmal kam er aber aus dem Gefängnis heraus.

Landkreis– Stefan M. (Name geändert) schwebte geradezu die Treppe hinunter. „Mir ist ganz schwindelig“, sagte er zu seinem Verteidiger Marc Wederhake. 13 Monate war der 39-jährige Projektmanager in U-Haft gesessen. Am Montag früh kam er frei – vorläufig. „Dann können Sie bis zum Haftantritt Ihre Familienangelegenheiten regeln“, gab ihm Vorsitzender Richter Thomas Bott mit auf den Weg. Danach aber stehen für den Vater knapp fünf Jahre Freiheitsstrafe an.

2016 hatte er sich mit wilden Betrügereien und Insolvenzverschleppung viel Geld erschwindelt. Das Landgericht bezifferte den Gesamtschaden am vergangenen Montag auf 650 000 Euro. Die Anklage war ursprünglich sogar von 1,2 Millionen Euro ausgegangen. Doch einige Punkte der Anklage wurden wegen der zu erwartenden Freiheitsstrafe eingestellt.

Und so funktionierte die Masche: Einem geldigen Investor spielte Stefan M. vor, in Moldawien eine große Abfüllanlage zu besitzen. Die pumpte abwechselnd Red Bull, Coca Cola und Babymilch in Flaschen oder Dosen. Gegen Bares veräußerte der Angeklagte Anteile dieser Anlage – tatsächlich aber besaß er diese gigantische Maschine gar nicht.

Zuvor hatte sich der 39-Jährige wildeste Versicherungsmodelle ausgedacht, z.B. höhere Vorabzahlungen für Entlastungen im Rentenalter. Doch irgendwann kamen ihm seine nicht so leicht gläubigen Mandanten auf die Spur. Offenbar gab es eine ganz persönliche Ursache für den kriminellen Weg des Angeklagten. Aufgrund von Prüfungsangst hatte er es nie so weit gebracht, wie er gerne gekommen wäre. „Sie leben zwei bis drei Ligen höher, als Sie laut Abschlüssen vorweisen können“, hielt ihm der Richter seine Lebenssituation vor Augen. Er legte ihm ans Herz, die Haftzeit zu nützen und sich seiner Prüfungsangst zu stellen. „Schauen Sie, dass Sie die Zeit für weiterführende Abschlüsse nutzen“, sagte der Vorsitzende Richter.

Der 39-Jährige wird vermutlich für mehr als die verhängten viereinhalb Jahre einrücken müssen. Da er die Taten in offener Bewährung beging, ist damit zu rechnen, dass noch eine fünfmonatige Haftstrafe zusätzlich aufgepackt wird.

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