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Im Schutzgebiet am Südende des Ammersees wird auf Vögel geschossen. Ein Hobby-Ornithologe beklagt „wildes Geballer“ . 

Münchner Hobby-Ornithologe macht sich Sorgen

„Wildes Geballer“ auf Vögel am Ammersee

Ein Hobby-Ornithologe aus München beklagt ein „wildes Geballer“ auf Vögel im Schutzgebiet am Südende des Ammersees.

Pähl – Sorgen um die Artenvielfalt macht sich der Münchner Hobby-Ornithologe Dr. Christian Haass. Er habe, wie er der Heimatzeitung berichtete, mehrfach beobachtet, wie im Schutzgebiet am Südende des Ammersees ein „wildes Geballer“ auf Vögel erfolgte. So hätten am 7. Januar mehrere Jäger vom Ammerdamm aus auf Gänse geschossen.

Bei dem „Sperrfeuer mit Schrot“ am Binnensee seien etliche Tiere verletzt ins Wasser gefallen. Außerdem seien alle anderen Vögel durch den Lärm aufgeschreckt worden und weggeflogen. Haass betont, dass er nicht gegen die Jagd sei. Dass Füchse, Wildschweine und Rehe bejagt würden, sei in Ordnung. Nicht in Ordnung ist es nach seinem Dafürhalten hingegen, wenn eine Vielzahl von Jägern einen Dauerlärm verursachten, der die im Schutzgebiet rastenden Vögel verscheuche.

Nach Auskunft von Helmut Stork vom Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Weilheim-Schongau ist die Bejagung der Gänse aber zulässig, wenn diese in den jeweiligen Jagdzeiten erfolge. Saatgans, Blässgans und Ringelgans dürfen vom 1. November bis 15. Januar bejagt werden, Kanadagans, Nilgans und Graugans vom 1. August bis 15. Januar. Nicht bejagt werden dürfen hingegen Zwerggans, Kurzschnabelgans, Nonnengans und Rostgans.

Das Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Ammersee Südufer“ mache keine Ausnahme. Dort sei „die rechtmäßige Ausübung der Jagd“ also zulässig. „Die Störung anderer Vogelarten durch die rechtmäßige Ausübung der Jagd ist hinzunehmen“, so Stork. Auf dem Ammersee selbst besteht laut Stork jedoch „eine Jagdruhezonenvereinbarung für verschiedene Bereiche der Wasserfläche.“ Eine Anfrage beim betroffenen Jagdpächter war nicht möglich, da der Name des Jagdpächters nach Auskunft des Landratsamts aus Datenschutzgründen nicht bekannt gegeben werden darf.

Während die Vögel selbst kein Problem darstellten, ist Vogelkot an Badestränden laut Dr. Stefan Günther vom Weilheimer Gesundheitsamt „ein nicht unerhebliches Problem“. Vor allem für kleine Kinder, „die schnell mal was in den Mund stecken“, aber auch abwehrgeschwächte Personen sei die Aufnahme von Darmkeimen des Vogelkots gefährlich.

Von der Kotproblematik betroffen seien im Landkreis vor allem der Dietlhofer See, der Raistinger Weiher und der Lido in Seeshaupt, aber – in geringerem Umfang – auch der Ammersee bei Fischen. Gänse seien dabei nicht allein problematisch. Auch der Kot von anderen Vögeln wie Enten und Möven sei gefährlich. Zur Verringerung des Problems rät Günther den Badegästen, Vögel nicht zu füttern und keine Lebensmittelreste am Strand zurückzulassen, um die Vögel nicht anzulocken. Auch eine Bejagung könne sinnvoll sein.

Alfred Schubert

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