Christine Lang vom Vorstandsteam des Vereins „Kinderglück“. pp

Windeln und Psychotherapie: Was der Verein "Kinderglück" bietet

Weilheim - Seit 2011 gibt es in Weilheim den Verein "Kinderglück", der sich um Familien kümmert - mit Windeln genauso wie mit Psychotherapie. Ein Gespräch mit Christine Lang vom Vorstandsteam.

-Frau Lang, den Verein „Kinderglück“ gibt es seit gut eineinhalb Jahren. Wie sieht ihr Resümee aus?

Zunächst waren wir ja in einer Art Pilotphase. Da haben wir aber schon gemerkt, dass ein bestimmtes Klientel einen großen Bedarf an Hilfen hat. Inzwischen haben wir ungefähr 20 Familien betreut. Und das mit einem Jahresbudget von etwa 5000 Euro. Wir sind also sehr sparsam.

-Müssen Sie das denn noch sein? Die Bundesregierung hat doch eine Finanzierung der Familienhebammen ab 2012 versprochen.

(lacht) Das ist nur Theorie. Bis jetzt läuft da noch nichts. Und ich habe auch keine Informationen, ab wann mit Geldern zu rechnen ist.

-Deshalb sind Sie für Ihre Hilfen auf Spenden angewiesen. Wie sieht diese Unterstützung genau aus?

Ich helfe den Familien vor allem bei der Frage: Wo gibt’s Geld her? Ich begleite sie zum Beispiel zum Jobcenter, wenn sie Hartz IV beziehen. Oder ich berate bei Fragen rund ums Kindergeld oder Elterngeld. Die Familienhebammen machen zunächst die normale Hebammenarbeit in Familien mit Neugeborenen. Darüber hinaus unterstützen sie bei der Alltagsbewältigung mit einem Säugling.

-Was bedeutet das konkret?

Es geht um Themen wie Ernährung oder Haushaltsführung. Aber auch um psychosoziale Faktoren. Wenn die Eltern zum Beispiel ständig streiten und dabei die Fetzen fliegen, ist das Kind gefährdet und wir mischen uns ein.

-Wie machen Sie das?

Durch Gespräche, Gespräche, Gespräche. Aber oft reicht es nicht, Probleme nur anzusprechen. Wir gehen auch einfach mal mit, zum Beispiel zum Psychologen oder zum Rechtsanwalt.

-Sind Sie auch schon an Grenzen gestoßen?

Ja. Wir hatten zwei harte Fälle, die wir an das Jugendamt für abgeben mussten, weil wir nicht weitergekommen sind. Da ging es um ein Trauma bei der Mutter und einen sehr problematischen Migrationshintergrund. Wir konnten die Fälle aber zu einem Zeitpunkt abgeben, zu dem noch nichts passiert ist.

Interview: Veronika Stangl

Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Printausgabe des Weilheimer Tagblatt.

Auch interessant

Kommentare