Ein Selfie, das Robert Gick als Motorrad-Beifahrer von Williams Fändrich aufgenommen hat, ist das Cover der neuen CD, für die Gick auch zwei Texte geschrieben hat.

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„Wohi? Wohi?“ mit all der Melancholie?

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Huglfing - Es gibt ein neues  Album von „Williams Wetsox“ aus Huglfing. Es überzeugt mit ewig jungem Blues und feinen Texten.

Es gibt Musiker, die feilen mehr an ihrer Biografie als an ihrer Musik. Und es gibt den Sänger, Gitarristen und Songschreiber Williams Fändrich aus Huglfing. Der macht seit vier Jahrzehnten professionell Musik und braucht im Begleitheft seiner neuen CD genau 16 Worte für seinen Lebenslauf: „Williams Fändrich spielt seit 1975 den ,boarischn Blues’ und ist seitdem ununterbrochen auf Kneipentour durch Bayern.“

Die Jahreszahl ist wohl ein Druckfehler – den „boarischn Blues“, als dessen Miterfinder man Fändrich (in einer Reihe mit Willy Michl) werten darf, pflegt er laut anderer Quellen exakt seit Silvester 1979. Doch sonst passt alles in diesem Satz, und mehr „Vita“ muss wirklich nicht sein. Das 14. Album von „Williams Wetsox“, das diesen Januar erscheint, verrät ohnehin reichlich über den an sich wortkargen Huglfinger: „Wärm mei Soi, de is so schlecht beinand“, fleht der 63-Jährige im Eröffnungsstück um Seelentrost – bei den Kieseln am Ammerstrand, bei einer schönen Frau am Wegesrand, bei seinem eigenen Kind, bei den Mitbluesern, beim „oidn Wirt“ und sogar beim Herrgott persönlich.

Überhaupt pflegt Fändrich, der nur laut Pass den Vornamen Norbert trägt, eine feine Melancholie auf diesem Album namens „Wohi? Wohi?“: „Ois hob i valorn, bloß di had i gern b’hoitn“, trauert er einer Liebe nach. Und im Zugfenster spiegelt sich im eigenen Gesicht das des Vaters – und noch viel mehr: „Des Fenster hod mei ganz Leb’n g’seng, als junger Bursch, g’stand’ner Mo, oida Mensch.“

Dass all das musikalisch frisch bleibt, dafür sorgen im Trio mit Williams auch Organist Mario Fix und Drummer Alex Bartl – zwei Vollblutmusiker, die seine Söhne sein könnten. Als Gäste sind Baritonsaxofonist Michael Lutzeier, Pianist Ludwig Seuss und Sängerin Iris Adams dabei. Sie sorgen für einen Sound, der Zukunft hat. Man muss sich also um Wetsox’ weiteren Lebenslauf keine Sorgen machen.

Die CD

„Wohi? Wohi?“ erscheint offiziell Ende Januar bei BSC Music. In den Buchhandlungen „Lesbar“ in Weilheim und „Gattner“ in Murnau ist sie aber bereits jetzt erhältlich. Live zu erleben ist das „Williams Wetsox Trio“ am Freitag, 22. Januar, 21 Uhr, im Habacher „Village“ und am Samstag, 23. Januar, 20 Uhr, in der Schongauer Musikkneipe „Eulenspiegel“. Info im Internet: www.wetsox.de.

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