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Gerlinde Langer ist kreativ. Die Neu-Peißenbergerin gestaltete Memorys und Postkarten und schrieb zwei Bücher. foto: Mähler

Mit dem Wohnmobil durch Norwegen

Peißenberg - Gerlinde Langer verkaufte ihr Hab und Gut und fuhr ein halbes Jahr durch Norwegen. Ihre Erlebnisse hat sie in einem Buch niedergeschrieben.

Vor über einem Jahr unternahm sie einen Schritt, der vielen Menschen Bauchschmerzen bereiten würde: Gerlinde Langer kündigte ihre Wohnung und verschenkte, verkaufte und entsorgte ihr Inventar auf dem Sperrmüll. Bis hierhin ist dies schon ein ungewöhnlicher Schritt. Doch statt in eine andere Unterkunft zu ziehen, tauschte die 58-Jährige, die damals in Dettenschwang lebte, ihr Dach über dem Kopf gegen ein kleines Wohnmobil, mit dem sie die nächsten sechs Monate nach Norwegen reisen würde. Wie kann es sein, dass eine Frau in den späten Fünfzigern alles Gewohnte aufgibt und ein halbes Jahr auf eigene Faust mit einem alten Camper in den hohen Norden reist? „Meine Liebe zu Norwegen“, antwortet Langer, ohne lange zu überlegen. Sie sei schon einmal dort gewesen und habe zu Hause einen Norwegisch-Kurs besucht.

Langer wirkt nicht wie eine typische Aussteigerin, sie schimpft nicht auf das System und wirkt nicht verdrossen. Ihre grauen Haare fallen lockig in das Gesicht, der pinke Lippenstift ist frisch gezogen. Erzählt Langer von Norwegen, blüht in ihrem Gesicht Begeisterung auf, gedankenverloren lächelt sie, wenn sich vor ihrem inneren Auge Erinnerungen abzuspielen scheinen. Die Idee von „ihrem Traum“, wie sie ihre Norwegen-Reise immer wieder nennt, sei vor ein paar Jahren aufgekeimt, zunächst aber verworfen worden. Bis sie den Schritt wagte und am 8. April 2013 die Tour antrat.

Ihre Erlebnisse, die von einem eisigen Bad in einem Schmelzwassertümpel bis zu Pannen mit dem launischen Wohnmobil reichen, hat sie nun in einem Reisetagebuch festgehalten. „Allein durch Norwegen. Ein Traum erwacht zum Leben“, schildert humorvoll alle Höhen und Tiefen ihres Vorhabens von der Planung bis zu ihrer Heimkehr am 16. Oktober 2013. Mit dem Buch möchte sie ihre Abenteuer teilen und andere ermutigen, ihren Traum zu leben: „Man sollte nicht zu lange warten, irgendwann ist der Zug abgefahren“, sagt Langer.

Die 58-Jährige lebt seit kurzem in Peißenberg und gibt Workshops als Bauchtanzlehrerin sowie als Tanztherapeutin. Ihrer kreativen Ader bahnte sie schon 2007 den Weg, als sie ihren eigenen Verlag gründete und neben dem Buch „Viechereien auf der Alm“ auch selbst gestaltete Memorys und Postkarten anbot. Ihr Vorhaben habe bei ihren Bekannten unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. „Bei diesen Entscheidungen muss man auf sich selbst hören, nicht auf die anderen“, sagt Langer.

Einen der bewegendsten Momente habe sie am Skjellbreivatn erlebt: Nach einem Regenschauer spannte sich über dem See ein imposanter Regenbogen, der sich auf der Wasseroberfläche spiegelte und ein durchgängiges Oval bildete. „Die Gefühle, die ich dabei empfunden habe, kann keine Fotografie der Welt widerspiegeln“, sagt sie. Nach sechs Monaten sei sie aber „gesättigt“ gewesen. „Ich habe mehr bekommen, als ich erwartet habe“, sagt die Autorin. „Meine Hoffnungen für die Reise sind voll erfüllt worden.“ Als sie im Oktober 2013 bei ihrer Heimkehr das Münchner Ortsschild sah, fühlte sie sich daheim. „Ich weiß, wo meine Wurzeln sind und wo ich hingehöre.“

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