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Nicht nur auf der Bühne aktiv: „Hasemanns Töchter“ (stehend) spielten beim Strobl auch im Publikum. 

„Hasemanns Töchter“  auf der Stroblbühne

Worauf warten sie denn?

Oberhausen - „Hasemanns Töchter“ boten auf der Stroblbühne ein etwas anderes Krippenspiel. Und der ganze Saal machte mit.

 Ein dadaeskes Krippenspiel, bei dem der ganze Saal mitmacht: Das hatten die meisten Besucher, die am Sonntagabend zum Stroblwirt nach Oberhausen gekommen waren, vermutlich noch nicht erlebt. „Hasemanns Töchter“ waren aus München angereist, um mit ihrem Programm „Warten“ so richtig schräg auf Weihnachten einzustimmen.

Fast so wie Estragon und Wladimir, die im bekannten Stück von Samuel Beckett auf Godot warten, geht es „Hasemanns Töchtern“. Im Dirndl und mit Engelsflügeln betreten sie die Bühne und warten auf „eahm“. Auch die Szenerie ist ähnlich trostlos: ein stumm vor sich hin schillernder künstlicher Weihnachtsbaum, ein Tisch und zwei Stühle. Und „er“ kommt einfach nicht. Maria Hafner und Julia Loibl, die seit 2009 „Hasemanns Töchter“ sind, machen das Beste aus der Situation: Sie fangen an zu singen, tragen Gedichte vor und tun einfach alles, um ihr Publikum zu unterhalten.

Und das gelingt. Ihrem trockenen Witz und ihrer absurden Komik kann man sich nicht entziehen. In ihrem Weihnachtsspektakel werden die heiligen drei Könige von Thermoskanne, „Prinzenrolle“ und Taschenlampe dargestellt, und das Publikum darf pfeifen, trampeln, wiehern und „I-ah-en“. Zwischendurch singen sie ihre „Wiesnhits“ und spielen die Tonfilmgroteske „Der Weihnachtstag“ – angeblich von Karl Valentin. Immer in der Erwartung, dass „er“ schon kommen wird. Julia Loibl ist dabei so schnippisch wie Giesela Schneeberger, wenn sie neben Gerhard Polt steht, und Maria Hafner sorgt souverän für die musikalische Klasse.

Ein Anruf auf dem Handy beendet schließlich das verzweifelte Spiel. „Er“ ruft an und stellt klar, dass erst Nikolaus und noch nicht Heiligabend ist. So steigen „Hasemanns Töchter“ auf die Stühle – was sie anscheinend gerne tun – und singen noch ein Weihnachtslied aus dem 17. Jahrhundert. Zweistimmig, schön und überraschend. Bei manchem Zuschauer kommt daraufhin Lust auf, selbst auch mal wieder ein Krippenspiel zu Weihnachten aufzuführen.

Nächster Kulturtermin

der Stroblbühne Oberhausen: „Nachgetrettert!“ mit Kabarettist Mathias Tretter – am kommenden Sonntag, 13. Dezember, 19 Uhr. Infos und Karten unter 08802/222.

Heribert Riesenhuber

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