„Es war von Anfang an eine Spannung, wahrscheinlich, weil sie Türken und wir Griechen waren“. Angeklagter griechischer Abstammung vor dem gericht

Wüste Schlägerei mit langem Nachspiel

Weilheim - Amtsgericht verurteilt zwei Männer (34 und 25) nach Kneipenschlägerei wegen Körperverletzung

Es war die Zeit, in der es regelmäßig Schlägereien in einer Weilheimer Szene-Kneipe gab. So auch am 19. Mai gegen 1 Uhr, als sich zwei Gruppen mit jungen Männern in der Kneipe prügelten, die sich bereits im Festzelt auf dem Volksfest angepöbelt hatten. Zwei der jungen Männer, ein 34-jähriger und ein 25-jähriger Weilheimer trafen sich nun vor dem Amtsgericht Weilheim wieder, wo sie wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt waren: Weshalb sich die beiden Gruppen im Festzelt beschimpften, konnte keiner der Zeugen so genau sagen. „Es war von Anfang an eine Spannung, wahrscheinlich, weil sie Türken und wir Griechen waren“, meinte einer der Angeklagten, ein 34-jähriger Weilheimer griechischer Abstammung, vor Gericht.

Nachdem das Festzelt geschlossen hatte, zogen beide Gruppen weiter in die Kneipe. Dort ging das Gezanke weiter und entwickelte sich zu einer Schlägerei. Laut Anklage schlug der 25-Jährige dem 34-Jährigen zwei Mal mit der Faust auf den Kopf, sodass dieser über dem Auge leicht blutete. Dann griff der Sicherheitsbeauftragte der Kneipe ein: Er nahm den 25-Jährigen in den Schwitzkasten und versuchte den Streit zu schlichten.

Plötzlich schnappte sich der 34-Jährige eine Bierflasche und zog sie seinem Kontrahenten, der immer noch festgehalten wurde, über den Schädel. Der erlitt eine Kopfplatzwunde und eine Schädelprellung. So lief die Schlägerei nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ab.

Der 25-Jährige wollte sich in der Verhandlung jedoch nicht zu jenem Abend äußern. Der 34-Jährige sagte dagegen, , er habe zwei Schläge auf den Kopf bekommen und sich wehren müssen. „Ich versuchte, mich zu verteidigen, aber ich bin nicht so verrückt, jemanden mit einer Flasche zu schlagen“, er habe lediglich mit der Faust zugehauen, versicherte er. Die Aussage des Sicherheitsbeauftragten war schließlich eindeutig: „Ich weiß, dass der Mann, den ich im Schwitzkasten hatte, ein Glas oder eine Flasche drübergekriegt hat“, sagte der 27-Jährige. Daraufhin verurteilte die Richterin den 25-Jährigen wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 3500 Euro und den 34-Jährigen zu zehn Monaten Haft auf Bewährung. Zudem muss er 2500 Euro an einen Tierschutzverein zahlen.

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