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Das Gelände neben der Tiefstollenhalle soll nun auf seine Eignung als neuer Kindergarten-Standort geprüft werden.

Peißenberg

Zieht der „Regenbogen“-Kindergarten um?

Schon einmal liebäugelte der Marktrat mit dem Tiefstollengelände als Standort für einen Kindergarten. Doch das Musik- und Vereinshaus ließ sich nicht dauerhaft in eine Kindertagesstätte umfunktionieren. Nun soll geprüft werden, ob ein Neubau auf dem Areal realisierbar ist.

Die Marktgemeinde wächst – und das hat Auswirkungen auf die Infrastruktur. Die Kommune muss ihre öffentlichen Einrichtungen dem steigenden Bedarf anpassen. Das gilt insbesondere für Schulen und Kindergärten. Speziell bei der Kinderbetreuung befindet man sich bezüglich der Kapazität langsam am Anschlag. „Wir brauchen einen neuen Kindergarten und Platz für mindestens drei Gruppen. Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange“, konstatiert Bürgermeisterin Manuela Vanni im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Der Marktrat beschäftigt sich schon seit längerem mit der Standortfrage – kein einfaches Unterfangen. Im Fokus stehen Grundstücke, die schnell und ohne aufwendiges Bebauungsplanverfahren nutzbar gemacht werden können. Doch solche Flächen sind rar respektive nicht in kommunaler Hand – so wie das Gelände „Am Mühlpointfeld“, der Verbindungsstraße zwischen „Kirnbergl“ und Forster Straße. Die Liegenschaftsverwaltung hat zwar Grundstücksverhandlungen geführt, bislang aber keine Einigung mit den Grundeigentümern erzielt. Laut Vanni wird dort deshalb in absehbarer Zeit kein Kindergarten entstehen können. Der Marktrat hat aber einen Alternativstandort im Auge. Zumindest hat das Gremium in seiner jüngsten nichtöffentlichen Sitzung die Rathausverwaltung mit der Prüfung beauftragt, ob am Tiefstollen zwischen Bockerlbahn und Hausmeister-Wohngebäude ein größerer Kindergarten gebaut werden könnte. Dort, so die Idee, könnte dann der evangelische Regenbogenkindergarten mit einem erweiterten Angebot einziehen.

Die Einrichtung ist derzeit noch an der Thalackerstraße oberhalb des Kirchengemeindesaals einquartiert. Die Unterkunft weist jedoch Mängel auf: „Der Regenbogenkindergarten ist in die Jahre gekommen“, erklärt Vanni. Vom Jugendamt sei eine „ziemliche Liste“ an Beanstandungen im Rathaus und beim Träger, der evangelischen Kirche, eingegangen. Demnach seien unter anderem die Gruppenräume zu klein und die Akustikdämmungen nicht mehr zeitgemäß. Auch würde es keinen Speisesaal für die Mittagsbetreuung geben. Laut Vanni wird zudem vom Elternbeirat bemängelt, dass der Garten zu abschüssig und bei feuchtem Wetter zu glitschig für die Kinder sei.

Fazit: Ein Umzug samt einer Kapazitätserweiterung würde durchaus Sinn machen. „Der Platz am Tiefstollen wäre dafür gut geeignet. Es gibt dort oben Parkplätze, die Kinder sind weg vom Schuss und trotzdem noch in der Nähe der Kirche“, beschreibt Vanni die Vorteile.

Anfang des Jahres hatte es schon einmal Überlegungen gegeben, einen Kindergarten am Tiefstollen dauerhaft einzuquartieren – und zwar im Musikhaus am „Tiefstollen 3“. Dort war während der energetischen Sanierung des Stammhauses der AWO-Kindergarten ausgelagert worden. Doch gegen eine langfristige Nutzung als Kindertagesstätte sprachen die Auflagen des Jugendamtes und die begrenzten baulichen Eingriffsmöglichkeiten aufgrund der denkmalschutzrechtlichen Deklarierung als historisches Bergwerksgebäude.

Bernhard Jepsen

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