Parkdecks statt Parkplatz, diese Überlegung gibt es für den Ammerschul-Parkplatz. Foto: Gronau/Archiv

Zwei Varianten für neues Parkhaus

Weilheim - Das Thema "Parken" in oder an der Innenstadt ist in Weilheim ein Dauerbrenner. Jetzt ist ein neues Parkhaus - oder Parkdeck - im Gespräch.

Zwei mögliche Varianten für ein neues Parkhaus am Rande der Weilheimer Altstadt haben die Stadtwerke im Auftrag der Stadt untersucht: für den städtischen Parkplatz bei der Ammerschule und für jenen am Unteren Graben (zwischen Lohgasse und Fischergasse). Ergebnis: Beide Standorte wären „grundsätzlich geeignet“ für ein Parkhaus - wobei der zusätzliche Verkehr bei der Variante „Unterer Graben“ laut Gutachter „problematisch“ wäre.

Der Bauausschuss des Stadtrates hat die Ergebnisse, die Stadtwerke-Vorstand Peter Müller eine „Diskussionsgrundlage“ nannte, in seiner jüngsten Sitzung „zur Kenntnis genommen“, aber weder eine Entscheidung getroffen noch Prioritäten festgelegt: Die Analyse soll in ein „Gesamt-Parkraumkonzept für die Stadt“ einfließen, auf die sich laut Bürgermeister Markus Loth (BfW) die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats verständigt haben.

Die beiden Varianten im Überblick:

-Parkplatz bei der Ammerschule: Ein Parkhaus wäre hier vor allem für Dauerparker, insbesondere für Mitarbeiter von Geschäften in der Innenstadt, geeignet. Der Fußweg in die Altstadt beträgt laut Gutachter Dr. Christoph Hessel vom Münchener Ingenieurbüro „Gevas Humberg & Partner“ 250 bis 500 Meter (vier bis acht Gehminuten).

Wie eine Verkehrserhebung am Mittwoch, 22. April 2015, ergab, fahren auf der Lohgasse in diesem Bereich etwa 7000 Autos pro Tag, 900 dieser Fahrten betreffen den Parkplatz an der Ammerschule. Durch ein Parkhaus mit rund 250 Stellplätzen, das hauptsächlich Dauerparker nutzen, kämen nach Hessels Berechnung etwa 250 Fahrten täglich hinzu - was unproblematisch sei. Die zusätzliche Lärmbelastung für die Ammerschule würde sich „im Rahmen halten“ und sei kein Ausschlussgrund. Die direkt am Bahndamm gelegene Zufahrt von der Lohgasse zum Parkplatz solle entfallen und „für Fußgänger reserviert werden“.

Laut Architekt Christoph Roppelt wäre ein 50 Meter langes und 33 Meter breites Parkhaus mit 248 Stellplätzen möglich: „Das ist eine wirtschaftliche Größe und würde sehr gut reinpassen.“ Gedacht ist an ein „Halbrampensystem“ in „offener, lichter, heller Bauweise“. Von der Einfahrts-Ebene würden drei Halb-Ebenen nach unten und fünf nach oben führen. Die Traufe des Parkhauses mit einem versetzten Pultdach wäre etwa neun Meter hoch. Bezüglich der Außengestaltung ist Roppelt zufolge „alles möglich“, in jedem Fall solle das Parkhaus aber „sehr offen“ wirken.

-Parkplatz am Unteren Graben: Laut Gutachter wäre ein Parkhaus hier vor allem geeignet für Autofahrer, die in der Altstadt einkaufen. Zusätzlichen Verkehr würde das in jedem Fall bedeuten. Bei einer Planungsgröße von 285 Stellplätzen ergäbe sich Hessel zufolge eine Zunahme um etwa 1500 Fahrten pro Tag - von bisher 700 auf dann 2200. Für die Verkehrssituation am Unteren Graben (derzeit rund 14 500 Autos täglich) sei das - insbesondere zur Feierabendzeit - „problematisch, aber noch möglich“. Hessel schlägt vor, in ein Parkhaus dort nur von Süden (Fischergasse) einfahren zu lassen, die Ausfahrt solle nach Norden (Lohgasse) erfolgen. In gleicher Bauweise wie in der Variante „Ammerschule“ wäre das Parkhaus am Unteren Graben etwa 58 Meter lang und 33 Meter breit.

Die Kosten in dieser Bauweise bezifferte Stadtwerke-Chef Müller auf rund 8500 Euro pro Stellplatz. Das würde bei der Ammerschule rund 2,1 Millionen Euro, am Unteren Graben 2,4 Millionen Euro bedeuten.

In der kurzen Diskussion im Bauausschuss nannte BfW-Sprecher und Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl den Standort am Unteren Graben angesichts der Verkehrsbelastung „eher schwierig“. „Parkplatzmangel“ bestehe insbesondere für Beschäftigte und weniger für Einkäufer in der Altstadt, so Reindl. Deshalb sei der Standort bei der Ammerschule für ein Parkhaus geeignet und habe Priorität. CSU-Stadtrat Klaus Gast wollte dagegen „noch keine Priorität festlegen“: Auch den Standort bei der Ammerschule müsse man „bezüglich der verkehrlichen Auswirkungen schon noch gut anschauen“.

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