Fikret Fazlicwar drei Jahre zweiter Imam in Penzberg. Foto: privat

Zweiter Imam verlässt Penzberg

Penzberg - Penzbergs zweiter Imam verabschiedet sich von der Stadt: Fikret Fazlik wechselt mit seiner Familie nach Graz.

Als Fikret Fazlic im Oktober 2013 frisch von der Universität nach Penzberg kam, war er mit 23 einer der jüngsten Imame in Deutschland. Drei Jahre lang arbeitete Fikret Fazlic als zweiter Imam der islamischen Gemeinde in Penzberg, quasi als Stellvertreter von Benjamin Idriz. Nun verlässt Fikret Fazlic mit seiner Ehefrau und den zwei Söhnen Penzberg. Er wird Imam im österreichischen Graz. Er habe sich in Penzberg schnell zu Hause gefühlt, als er damals hierherzog, sagt der heute 26-Jährige. In Graz biete sich ihm aber eine neue Herausforderung. Die dortige islamische Gemeinde ist weitaus größer als die in Penzberg.

Fikret Fazlic ist in Serbien geboren. Nach seiner Imam-Ausbildung studierte er im bosnischen Sarajewo islamische Theologie und Religionspädagogik. Damals nahm er als Vertreter seiner Fakultät an einem Seminar in Stuttgart über christlich-islamische Beziehungen in Europa teil. So entstand der Kontakt nach Penzberg. Fikret Fazlik kannte Deutschland schon. Er war neun Jahre alt, als seine Familie 1999 wegen des Kosovokriegs nach Deutschland flüchtete. Drei Jahre lang lebte die Familie in einer Gemeinschaftsunterkunft nahe Hannover

In Penzberg habe er sich mit seiner Frau sofort zu Hause gefühlt, erzählt Fikret Fazlic. „Wir haben eine kleine Stadt mit großem Herzen vorgefunden.“ Sie seien Teil einer großen ökumenischen Familie geworden. Kontakt pflegte Fikret Fazlic sowohl mit der evangelischen als auch mit katholischen Kirche. Es sei eine „unglaublich schöne Zusammenarbeit“ gewesen, sagt er. „Wir haben nicht verschiedene Werte, wir glauben alle an Gott und werden alle einmal vor Gott für unsere Taten gerade stehen müssen.“

Wolfgang Schörner

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