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Begnadeter Virtuose am Klavier: Jan Cech begeisterte die Besucher des Benefizkonzerts.

10 Jahre Freie Waldorfschule Isartal

Stehende Ovationen bei Benefiz-Aktion

Erst gab es kulinarische Gaumenschmeichler, dann folgte der musikalische Genuss: Über 150 Zuhörer – darunter viele Schüler und Eltern – kamen am Samstagabend in die Aula der Freien Waldorfschule. Der Grund: Die Freie Waldorfschule Isartal feierte ihr zehnjähriges Bestehen.

Geretsried – Im Foyer standen Sekt und Schmankerl für die größtenteils in schicker Abendgarderobe erschienenen Besucher bereit. Dann folgte der Auftritt von dem mehrfach preisgekrönten Jan Cech, der seit über 20 Jahren an der Hochschule für Musik und Theater in München lehrt. Er zeigte zunächst bei Ludwig van Beethovens „Grande Sonate Pathétique“ sowie bei drei Walzern von Frédéric Chopin seine Virtuosität. Zwischendurch übte sich der Pianist, der auch an der Waldorfschule lehrt, in Bescheidenheit. „Ob diese Musik jemand vom Hocker reißt, weiß ich nicht“, fragte er sich in einer kurzen Pause.

Bedenken erwiesen sich als unbegründet

Cechs Bedenken erwiesen sich als unbegründet. Denn im zweiten Teil des Abends gab er zusammen mit Martin Klepper (Violine), Monika Henschel (Viola), Peter Wöpke (Violoncello) und George Makhasvili (Kontrabass) Franz Schuberts Forellenquintett zum Besten. Der im Alter von 31 Jahren verstorbene österreichische Komponist schuf das berühmte Werk bereits 1819. Und auch fast zwei Jahrhunderte später hat diese Musik nichts von ihrer Frische verloren. Im Gegenteil: Die perfekt aufeinander eingespielten Musiker, deren Töchter zum Teil selbst die Waldorfschule besuchen, gewannen diesem oft gespielten Werk sogar noch neue, modernere Facetten ab. Als sie die Instrumente zur Seite legten, brandete in der Aula lauter Applaus auf. Mit stehenden Ovationen forderten die Besucher eine Zugabe. „Damit haben wir jetzt nicht gerechnet“, kokettierte Violoncellist Peter Wöpke. Der gebürtige Berliner war bis 2016 erster Solo-Cellist des auch international bekannten Bayerischen Staatsorchesters. Selbstverständlich erfüllte das Quintett dem Publikum aber auch diesen letzten Wunsch und bekam zum Dank von der Schulleitung Blumensträuße überreicht.

Der Erlös aus den Eintrittsgeldern sowie dem Essen- und Getränkeverkauf will die Waldorfschule Isartal in die Umgestaltung beziehungsweise weitere Modernisierung ihrer Räumlichkeiten investieren.

Von Peter Herrmann

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