Es war im Jahr 1800, als Deining unerwartet von den Franzosen verschont wurde. Man schrieb die Rettung dem Eingreifen der Gottesmutter zu. Davon zeugt eine – historisch weitgehend korrekte – Votivtafel in St. Nikolaus. Diese Rettung wird noch immer mit einer Gelöbnisfeier begangen, besonders im Jahr der 1250-Jahr-Feier von Deining. Foto: koestler

1250 Jahre Deining: Das ewige Gelübde

Deining - Am morgigen Freitag feiert ganz Deining mit seinen Vereinen Gelöbnis. Was steckt hinter diesem Versprechen?

Es war der 13. Juli 1800, als in Deining wieder einmal gebrandschatzt werden sollte, diesmal durch die Soldaten Napoleons. „Er hatte die Idee, seine Truppen als kleine Einheiten aufzuteilen, die sich selbst versorgen sollten“, erklärt Barbara Sellmaier, Gemeindereferentin im Pfarrverband Egling-Thanning-Deining. Diese kleinen Trupps hatten sozusagen die Lizenz zum Plündern. Was das bedeutete, bekam der Nachbarweiler Humbach sehr bald zu spüren: Ein Steinkreuz am südlichen Ortseingang zeugt von drei erschlagenen Einwohnern.

In der St. Nikolauskirche zu Deining erzählt eine große Votivtafel mit vergoldetem Empirerahmen, wie der Ort damals gerettet wurde. Als französische Hunnen einfielen, „nahm die betrübte Gemeinde ihre Zuflucht zur schmerzhaften Gottesmutter hierher mit dem Versprechen: Den schmerzhaften Freitag jährlich zu feiern, am selben Tage jedesmal ein heiliges Amt zu halten, drei Stunden lang ein Gebet laut zu verrichten und eine Tafel malen zu lassen“. So heißt es im Text. Das Bild zeigt das damalige Deining historisch korrekt: „Man kann sogar alte Karten über das Bild legen und entdeckt die Übereinstimmung“, sagt Sellmaier.

Gut zu erkennen sind am linken unteren Bildrand die beiden hölzernen Höfe, die heute noch an der Münchner Straße stehen, und rechts im Bild, neben der Kirche, das Feichtmoar-Anwesen. Aufgeschreckte Bürger und Hunnen in napoleonischer Uniform zu Fuß oder zu Pferd sind zu sehen, und in der Bildmitte ein Priester in weißem Ordenshabit: Pfarrer Hermann Joseph Bauer. Er legte das ewige Gelübde ab, und „auf dieses Versprechen hin erlangte die Gemeinde mit Hornstein die erflehte Hilfe“, heißt es auf der Tafel.

Ganz ungeschoren kam Deining allerdings nicht davon. Quellen berichten von 600 Gulden Tribut, die sie an die Franzosen zahlten. Dennoch, seit jenem schicksalshaften Tag 1800 steht das Gelöbnis. Drei Stunden lang wird heute zwar nicht mehr gebetet, aber jedes Jahr eine große Messe gefeiert. „Wir bemühen uns, das Versprechen von einst auch heute noch ernst zu nehmen“, sagt Sellmaier. Und fügt an: „Heuer, in unserem Jubiläumsjahr, rücken die Deininger mit der Gelöbnisfeier noch einmal besonders zusammen.“

Die Gelöbnisfeier mit allen Vereinen findet um 19 Uhr in der Pfarrkirche statt. Treffpunkt der Ortsvereine ist um 18.45 Uhr vor dem Feuerwehrhaus.

(cjk)

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