„Der Ball lehrt uns, wie klein und abhängig wir sind“

- Berg – „Gott wohnt im Himmel, es gibt keine Götter auf Erden – und auch keine Fußballgötter.“ Der Radioreporter Günther Koch muss es wissen, schließlich ist er ganz nah dran an der Fußballszene. Der FC-Bayern-Fan und Clubberer war Gast des ökumenischen Neujahrsempfangs der evangelischen und der katholischen Gemeinden in Berg und plauderte über sich, Gott und die Fußballwelt.

von sandra seldmeier <P>Es war das erste Mal, dass die beiden Kirchen zu einem gemeinsamen Empfang eingeladen hatten. &#8222;Ich hab ein bisschen Lampenfieber&#8220;, bekannte Pater Laurentius Wild, Hirte der Aufkirchener und der Höhenrainer Pfarrgemeinde. Er, der dem FC Bayern zugeneigt ist, und sein evangelischer Kollege Johannes Zultner, ein 60erFan, begrüßten Koch sehr herzlich. Der erklärte, wie seine Schüler &#8211; Koch ist Lehrer unter anderem für evangelische Religion &#8211; die Ökumene sehen. &#8222;Die sagen statt ökumenisch immer ökonomisch. Damit haben sie nicht unrecht, wir könnten uns ja viel sparen.&#8220; <P>Radio &#8222;regt die Fantasie an&#8220; <P>Der Reporter, der jeden Fußball-Samstag auf Bayern 1 in der Sendung &#8222;Heute im Stadion&#8220; zu hören ist, gab einen Einblick in seine Arbeit im Radio, &#8222;dem schönsten Medium der Welt &#8211; es begleitet uns den ganzen Tag und regt die Fantasie an&#8220;. Wenn er weiß, dass er in 45 Sekunden auf Sendung ist, überlegt er, womit er anfängt: den Spielern, dem Schiedsrichter, den Zuschauern, dem Büfett? &#8222;Oder mit einem Tor, ab und zu spürt man es, wenn gleich ein Tor fällt&#8220;, meinte er und spielte ein Beispiel aus einer seiner Reportagen ab, die er auf CD dabei hatte. Zwischendurch würzte er seinen Vortrag mit Anekdoten. Etwa, als er sich um ein Interview mit Michael Ballack bemühte, der ihm immer wieder entwischte. Als der Reporter den Fußballer endlich vor dem Mikro hatte, kippte Bayern-Spieler Bastian Schweinsteiger Koch &#8222;vier Liter Bier auf die Glatze. Aber der Ballack lächelte und wischte mir väterlich das Bier von der Platte.&#8220; Dass Fußball etwas Religiöses hat, fand Pater Laurentius. &#8222;Ein ,heiliger Ort&#8216;, eine begrenzte Zeit nach bestimmten Regeln &#8211; das hat etwas Liturgisches.&#8220; Die Fußballbegeisterung junger Leute als Ersatzreligion abzutun, davon hielt Koch nichts. Er stellte vielmehr die Frage, &#8222;ob die Kirche nicht mehr Begeisterung an den Tag legen sollte.&#8220; Fußball sei kein Ersatz, auch wenn &#8222;uns der Ball lehrt, wie klein, unfähig und abhängig wir sind&#8220;. <P>

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