„Jeden Tag schaut’s schlechter aus“

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Bad Tölz-Wolfratshausen &#8211; Über die anhaltende Hitze und Trockenheit kann sich eine Berufsgruppe überhaupt nicht freuen: Landwirte. Sollte es im Verlauf der nächsten Wochen nicht ergiebig regnen, rechnen sie mit erheblichen Ernteausfällen. <P>&#8222;Jeden Tag schaut&#8217;s schlechter aus&#8220;, sagt der Landwirt Josef Brunner aus Endlhausen. Auf seinen 45 Hektar Ackerfläche baut er vor allem Kartoffeln und Getreide an &#8211; was außer ihm kaum noch ein Landwirt im Landkreis tut. Für Brunner scheint die Ernte bereits gelaufen. &#8222;In diesem Jahr werde ich wohl nur Schrumpfkörner einfahren.&#8220; Denn die Trockenphase hatte in diesem Jahr eingesetzt, als sich das Korn begann zu füllen. Das bedeutet: das Getreide ist reif, ohne dass das Korn voll ausgebildet ist. <P>In normalen Jahren erntet Brunner 60 bis 80 Doppelzentner Getreide pro Hektar. &#8222;In diesem Jahr wird es wohl ein Drittel oder die Hälfte weniger werden&#8220;, so Brunner. <P>Ähnlich schlecht sieht es für seine Kartoffeln aus. Sie dürften aufgrund des Wetters weitgehend vertrocknet sein. Die Folge: Qualität und Ertrag sind weit schlechter als in vergangenen Jahren. <P>Doch für den Landwirt ist Regen nicht gleich Regen. &#8222;Besonders schlimm wäre es, wenn es hageln würde, sagt Brunner, dann wären die Ernteausfälle noch höher. Auch ein Gewitter helfe den Bauern wenig, denn die Böden seien durch die lange Trockenheit sehr hart geworden. Heftige Regenfälle würden die Nährstoffe ausschwemmen. &#8222;Es sollte langsam regnen, also nachts, mehrere Stunden lang&#8220;, wünscht sich Brunner. <P>Klar scheint bereits zu sein: Die Preise für Getreide werden heuer aufgrund der eher schlechten Ernte steigen. &#8222;Aber davon bleibt bei den Landwirten nicht viel übrig&#8220;, sagt Isidor Fischhaber, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. <P>Die Grünlandbauern können dagegen noch hoffen. &#8222;Noch ist das Jahr nicht vorbei&#8220;, so Hermann Heinrich, Vorsitzender des Maschinenrings Wolfratshausen. Er erinnert an das Dürre-Jahr 1976: &#8222;Damals hat es auch im Juni und Juli fast nicht geregnet. Als im August dann das Wetter kam, wurden die Wachstumsrückstände fast aufgeholt.&#8220; Noch müssten die meisten Landwirte keine Futtermittel zukaufen. &#8222;Bei den meisten Bauern ist noch Heu vom Vorjahr übrig&#8220;, so Heinrich. <P>Dennoch: In einigen Teilen des Landkreises verdörrt das Grünland und es herrscht Wasserknappheit. Von der Roßsteinalm musste das Vieh bereits in tiefere Lagen getrieben werden, weil die Rinder nicht mehr getränkt werden können. &#8222;Und auf der Lengenbergalm versucht man, mit Pumpen Wasser nach oben zu bringen&#8220;, sagt der Kreisobmann. Doch auch von dort werde man möglicherweise schon bald die Rinder ins Tal treiben, so Fischhaber. K rl <P>

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