„Zwischen Särgen aufgewachsen“

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Bad Tölz-Wolfratshausen &#8211; Hans Dieter Klein ist zwar &#8222;zwischen Särgen aufgewachsen und hat absolut keine Berührungsängste mit dem Tod&#8220;. Dennoch führen diese Eigenschaften nicht bei allen Bestattern dazu, Science-Fiction-Romane zu schreiben. Drei sind es inzwischen, die der 55-Jährige erfolgreich beim Heyne Verlag unter Dach und Fach gebracht hat. Doch bei Klein, der unter dem Pseudonym H. D. schreibt, ist sowieso alles recht verworren. <P>Geboren wurde er 1951 in Wolfratshausen. Nach dem Abitur studierte er Luft- und Raumfahrttechnik in München, um anschließend ein zweijähriges Studium in der Bayerischen Lehranstalt für Photographie folgen zu lassen. Seit einigen Jahren führt er das familieneigene Bestattungsunternehmen in Geretsried sowie eine Zweigstelle in Wolfratshausen. Nebenbei betreibt er ein &#8222;gut gehendes&#8220; Fotostudio in München. Kein Wunder, dass Klein außer Fußballspielen &#8211; er war langjähriger Kapitän beim TuS-Geretsried &#8211; keine Hobbies hat. Den Abends setzt er sich an seinen Laptop und schreibt Bücher. <P>&#8222;Ich kann vom Grabausbaggern bis hin zur Bergung alles. Aber ich wollte nie Bestatter werden. Auch bei der Fotoschule hab&#8217; ich mich damals nur spaßeshalber beworben.&#8220; So viele Talente, so viele unterschiedliche Berufe, und alles nur Zufall? &#8222;Irgendwie schon&#8220;, sagt Klein. In das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik sei er ohnehin nur &#8222;reingerutscht&#8220; &#8211; viel zu trocken und zu rational. Von der Wissenschaft zur Gestaltung, vermischt mit ein bisschen Kunst sozusagen. &#8222;Ja, und Taxigefahren bin ich nebenbei auch noch.&#8220; Als er 1990 nach langer Zeit wieder einen Science-Fiction-Roman gelesen hatte, überkam ihn der Drang selbst zur Feder zu greifen. Heraus kam sein erstes Buch: &#8222;Googol&#8220;, ein 1000-Seiten-Werk. <P>Neues Buch in Arbeit <P>Sechs Jahre schrieb er an der Geschichte, die eine Space Opera reinsten Wassers ist, bewusst in der Ich-Form gehalten. Bewusst in einer nicht anglophilen Form. Klein berichtet unter anderem über eine Welt im Jahre 2045, &#8222;in der Konzerne die nationalen Regierungen weitgehend als Machtfaktoren abgelöst haben und sich die Planeten untereinander aufteilen&#8220;. Klein schickte das fertige Manuskript &#8222;blauäugig&#8220; an mehrere Verlage. Es kamen nur Absagen. Auch von Heyne habe er vier Monate gar nichts gehört, bis im Mai 1997 ein Brief vom Verleger kam, mit dem Hinweis, &#8222;wenn ich bereit wäre, kleinere Sachen zu ändern, würde man es drucken&#8220;. Als &#8222;Googol&#8220; im April 2000 erschien, verursachte es einigen Wirbel. &#8222;Bei Amazon war es in kurzer Zeit auf Platz 14 der Bestsellerliste. Für einen No-Name-Autoren ein kleines Wunder.&#8220; Die Resonanz war dementsprechend groß. Inzwischen ist es bereits 25 000 Mal verkauft worden. Im Mai 2006 erschien dann die Fortsetzung des Erstlings, &#8222;Googolplex&#8220;. <P>&#8222;Viele schrieben mir und lobten mich: Endlich nicht schon wieder der übliche amerikanische Scheiß.&#8220; Beim dritten Buch &#8222;Phainomenon&#8220; ging es dann &#8222;ratzfatz&#8220;. Schon neun Monate nach der Fertigstellung erschien es, ebenfalls im Heyne-Verlag. Zwischen den vielen Reaktionen der Leser fragte ein zwölfjähriger Münchner Gymnasiast, der ein Referat über &#8222;Phainomenon&#8220; gehalten hatte, &#8222;ob ich nicht vorbei kommen und einige Seiten aus dem Buch vorlesen könnte. Das hab&#8217; ich natürlich gerne getan.&#8220; <P>Inzwischen schreibt H. D. oder Hans Dieter Klein schon längst an einem neuen Buch. Diesmal aber keinen Science Fiction, sondern eine Society-Liebesgeschichte: Ein Werbefotograf trifft auf einen Superstar, ähnlich wie &#8222;Cher&#8220;, und verliebt sich. Bekanntlich leben sichAutoren ja in ihren Romanfiguren aus. K Roswitha Diemer <P>

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