Abschied aus dem Gemeinderat "nur ein abgekartetes Spiel“?

Icking - Martina Mayer-Voigt (parteifrei/SPD) hat überraschend einen Antrag auf Entlassung aus dem Ickinger Gemeinderat gestellt. Ihre Begründung löste Protest aus.

In der Sitzung am Montagabend entband das Gremium die 54-jährige Lokalpolitikerin von ihren Pflichten - aber es gab auch scharfe Kritik. Mayer-Voigt hatte in ihrem Entlassungsgesuch als Begründung ihre stark gestiegene berufliche Belastung angeführt. Eine Erklärung, die Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) nicht überzeugte. „Ich sehe darin keinen ausreichenden Grund, aus dem Amt entlassen zu werden“, sagte sie. Nipperdey vermutete hinter Mayer-Voigts Antrag eine „politische Entscheidung“ und ein „abgekartetes Spiel“. Die scheidende, parteifreie Gemeinderätin werde von einem SPD-Mitglied ersetzt, führte Nipperdey aus. „Da wird jemand installiert, damit er einen guten Start bei der nächsten Wahl hat.“ Die Gemeindeordnung sei aber nicht da, um für solche Manöver missbraucht zu werden. Als Gemeinderat sei man zudem gefordert, das Amt auch bei beruflichen Belastungen zu halten.

„Es handelt sich bei mir wirklich um Veränderungen im beruflichen Sektor, die mir meine persönlichen Grenzen aufgezeigt haben“, erklärte Mayer-Voigt auf die Vorhaltungen. Nach längerer Überlegung habe sie sich aus freien Stücken so entschieden. „Es ist ein Entschluss, den ich für mich persönlich getroffen habe, erst danach wurde die Gruppierung von mir informiert“, betonte sie.

Mit zwei Gegenstimmen (Vigdis Nipperdey und Angelika Ertl/Unabhängige Bürgerliste Icking) entband die Gemeinderatsmehrheit Mayer-Voigt von ihrem Mandat. Nachrückerin ist Lisa Häberlein. (yvi)

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