Äcker stechen Aktien aus

Wolfratshausen - „Verrückt“ und „gefährlich“ sei der Ausverkauf von Bauernland, der derzeit um sich greife. Das sagte Franz Stemmer, Geschäftsführer der BBV-Land-Siedlung.

Franz Stemmer brachte es gleich zu Beginn seines Vortrags in der Landwirtschaftsschule auf den Punkt: „Der Verkauf von Agrarland an Nicht-Landwirte ist ein brandheißes Thema.“ Er hoffe inständig, dass Firmen sowie Privatleute ihr Vertrauen in Aktien wiedererlangen und ihr Geld nicht weiter in landwirtschaftliche Flächen investieren. Dass die meisten Verkäufe in den neuen Bundesländern stattfinden würden, sei nicht richtig, so Stemmer. Auch Südbayern sei äußert beliebt bei Investoren, betonte er in seinem Vortrag „Euro sucht Acker - Kapitalflucht in landwirtschaftlichen Grund und Boden“.

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen koste ein Hektar Land mittlerweile rund 35 500 Euro. Um Garmisch-Partenkirchen herum müssten pro Hektar rund 44 000 Euro gezahlt werden und rund um Rosenheim etwa 50 000 Euro. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Hektar liege bundesweit bei rund 13 500 Euro.

Geregelt ist der Kauf landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Grundstücke im Grundstücksverkehrsgesetz (GrdstVG). Demnach muss ein Kaufvertrag durch einen Notar beim Landratsamt eingereicht werden. Die Genehmigungsbehörde wiederum arbeitet eng mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV) zusammen. Der BBV prüft, ob es etwas gegen den Verkauf einzuwenden gibt. Das ist vor allem immer dann der Fall, wenn der Käufer kein Landwirt ist. Geschäftsführer Stemmer zufolge sei das immer häufiger der Fall. Mittlerweile gebe es auffällig viele Hobbylandwirte, die Flächen kaufen wollen.

njd

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