Die Ästheten aus den Dörfern

- Süd schlägt Nord im Fußballtennis

Antalya - Nord gegen Süd - kaum ein Konflikt hat Literatur und Kino so geprägt wie der amerikanische vor rund 140 Jahren. Dutzende Bücher und Filme, die für Preise nominiert wurden, handeln von dieser Kontroverse, die auch eine zwischen Arm und Reich, Schwarz und Weiß, Gebildet und Naiv war.

In der Südtürkei, im Trainingscamp der Farcheter Fußballer, erlebte das Duell gestern eine Neuauflage: Technik gegen Kampfgeist, semiurbaner S-Bahn-Bereich gegen dörfliche Idylle - oder einfach: Landkreis-Süden versus -Norden.

Bereits vor der entscheidenden Schlacht gab es heftige verbale Scharmützel. Natürlich würde ihre Technik siegen, waren sich die Nordstaatler sicher. Es wurde viel geflachst, das Fell des Bären glaubten die Städter schon sicher zu haben. Die Südstaatler blieben ruhig, keine schneidigen Worte waren zu hören, aber ihr Blick war seltsam wissend.

Zum Schlachtfeld wurde ein Tennisplatz. Als Mittel zur Entscheidungsfindung wählte man Fußballtennis - etwas für Ästheten. BCF-Coach Andreas Brunner nennt es "die feine Klinge der großen Technik". In je zwei Garnisonen trafen die beiden Lager aufeinander: Enax gegen Haslinger, Yurdabak gegen Murböck und so weiter. Ralf Zahn, einer der an der Staatengrenze lebt, schlug sich "aus Mentalitätsgründen" auf die Seite der Dörfler.

Sonunda arzu kazanir*

Die Schlacht war kurz, aber heftig. Der Norden ging - anders als in der Historie - unter wie die Titanic im Eismeer. "Sonunda arzu kazanir", sagt man in der Türkei, am Ende obsiegt der Wille. Zumindest ist das im Sport noch so.redGTEXT=

*Zu Deutsch: Am Ende obsiegt der Wille

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