Stark am Berg, Schwächen im Zeitfahren: Claudia Häusler wurde bei der Thüringen-Rundfahrt Siebte. foto: wms

Aktive Fahrweise nicht belohnt

Wolfratshausen - Radsport-Ass Claudia Häusler in Thüringen auf Rang sieben

Mit großen Erwartungen war Radsportlerin Claudia Häusler in die Thüringen-Rundfahrt der Frauen gestartet. Die Vorzeigeathletin des RSC Wolfratshausen wollte bei dem siebentägigen Etappenrennen von Gera nach Altenburg ihr erstes internationales Top-Ergebnis in dieser Saison einfahren: „Nachdem es beim Giro vor zwei Wochen von Tag zu Tag besser lief, möchte ich mich vorne zeigen und vielleicht eine Etappe gewinnen“, hatte sie vor dem Start selbstbewusst gesagt.

Den erhofften Tageserfolg schaffte Häusler zwar nicht, aber dennoch zeigte sich die 25-Jährige auf den Thüringer Straßen äußert kämpferisch: Sie attackierte ständig, sammelte Bonussekunden bei den Zwischensprint-Wertungen und war oft in Fluchtgruppen vertreten. So auch am zweiten Tag, als sie mit acht anderen Athletinnen einen Vorsprung von fünf Minuten herausfuhr: „Da fiel sicherlich eine erste Vorentscheidung um die Gesamtwertung“, berichtet Häusler, die sich durch diesen Vorstoß unter den besten Fünf festsetzen konnte. Nach vier Etappen lag sie zwischenzeitlich sogar auf dem dritten Rang in der Gesamtwertung, nur 15 Sekunden hinter der führenden Schwedin Emma Johansson.

Dass sie am Ende noch auf den siebten Platz abrutschte, lag am Zeitfahren auf dem vorletzten Abschnitt: Häusler, deren Lieblingsterrain eher die Berge sind, landete im Kampf gegen die Uhr nur auf Rang 22. „Das Zeitfahren zählt nicht zu meinen Stärken, da habe ich an Boden verloren“, gibt sie zu. Am Ende lag die Wolfratshauserin 1:35 Minuten hinter Johansson. Dennoch kann sie zufrieden sein. Wie aktiv sie sich nämlich im Laufe des Rennen präsentierte, zeigen die neben dem Gesamtklassement vergebenen Sonderwertungen: In der Rangliste der kämpferischsten Fahrerin erreichte Häusler Platz fünf, im Sprint-Ranking gar den vierten Rang.

Am kommenden Wochenende bekommt die Bergspezialistin die nächste Chance auf ein gutes Resultat: Beim Weltcup-Event im schwedischen Vargarda geht die Wolfratshauserin sowohl im Mannschaftszeitfahren als auch im Straßenrennen an den Start. (wms)

Auch interessant

Kommentare