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Auftakt zur Energiewende in Egling: (v. li.) Manfred Zäh (Fachgruppenmitarbeiter der EWO), Josef Kellner (EWO-Landkreisgruppensprecher) und Hans Spindler (designierter Energiebeauftragter des Gemeinderats).

Energiewende anpacken

Alles andere als ein Debattierklub

Egling – Es gibt viele Gründe, sich vor Ort für die Energiewende zu engagieren. Das zeigte die Auftaktveranstaltung der Initiative Energiewende Egling (EWE) am Mittwochabend.

Die Motivation der gut 30 Teilnehmer reichte vom „allgemeinen Interesse“ bis hin zu konkreten Wünschen. Einige Stichworte: nachwachsende Rohstoffe fördern, den Kohlenstoffdioxidausstoß im Privathaushalt reduzieren, Energiekosten sparen und als Landwirt auch Energiewirt sein. „Man muss klein anfangen, wenn man große Veränderungen machen will“, fasste Dritter Bürgermeister Heiko Arndt zusammen. Die Teilnehmer diskutierten über zwei Stunden eifrig über die Energienutzung in der Zukunft. Zunächst steckte die junge Initiative mögliche Handlungsfelder in Egling ab. So könnten ein Energiesparwettbewerb und eine „Stromanbieter-Wechselparty“ initiiert werden.

Denkbar ist auch ein großangelegter Heizungspumpentausch. Revierförster Robert Nörr schlug vor, die Waldbesitzer zur Energiegewinnung verstärkt einzubinden. Egling habe 3000 Hektar Wald, der immer vorratsreicher und dadurch instabiler werde. In Egling gebe es großes Potenzial, Holz als Energieträger zu gewinnen. Nörr: „Wenn ich mehr Bäume einzeln rausnehme, geht’s den Wäldern sogar besser.“ Gemeinderat Hans Spindler, der in der nächsten Ratssitzung höchstwahrscheinlich zum Energiebeauftragten der Gemeinde bestellt wird, wünschte sich konkrete Beratungen zum Energiesparen im Haushalt. Erhard Gaigl schlug vor, vermehrt auf die Bedeutung für regionales Einkaufen hinzuweisen. „Auch das gehört zur Energieeinsparung dazu“, sagte Gaigl.

Bis Ende März wird eine Vorbereitungsgruppe von fünf Personen die Ergebnisse ausarbeiten und die nächsten Termine vorbereiten. „Wir wollen kein Debattierklub werden, sondern konkrete Aktionen planen und umsetzen“, erklärte Josef Kellner, Landkreisgruppensprecher der Energiewende Oberland, gegenüber unserer Zeitung. Er leitete die Veranstaltung in Egling. Ein besonderer Gast bei der Auftaktveranstaltung war Eurasburgs Dritter Bürgermeister Ralf Reichenberg. Diese Gemeinde plant ebenfalls ein eigenes Energiewende-Vorhaben, in der Ratssitzung am kommenden Dienstag will man darüber diskutieren.

Reichenberg persönlich empfiehlt „regionale Stromanbieter“. In Achmühle hätten sich rund 40 Haushalte zusammengetan und seien gemeinsam zu den Stadtwerken Bad Tölz als Ökostromanbieter gewechselt. Die Vorteile laut Reichenberg: Bei Fragen sei ein persönlicher Fachberater direkt am Telefon, und „man kann direkt hinfahren, wenn man etwas wissen will“. Ihre ersten Aktionen und Infotreffen will die EWE laut Kellner über die Presse bekanntgeben. Zudem will die Energiewende Oberland „einen Ruck durch den Landkreis“ (Kellner) gehen lassen. Die Bürgerstiftung feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Schwerpunktmäßig werde das Klimaschutzkonzept des Landkreises umgesetzt. „Wir stehen nicht am Anfang, sondern sind mittendrin“, ergänzte EWO-Projektleiter Manfred Zäh. Sebastian Dorn

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