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Raus aus der Gefahrenzone: An der Pfaffenrieder Straße sollen 1,50 Meter breite Schutzstreifen und eine Querungshilfe entstehen.

Sachstandsbericht der Projektgruppe

Alles dreht sich ums Rad

Wolfratsausen - Die Stadt Wolfratshausen ist um ihre Fahrradfreundlichkeit bemüht – nicht nur zur Freude der Radler. Auch der Stadtrat lobte in seiner jüngsten Sitzung die Arbeit der Projektgruppe Radroutenkonzept, allen voran Bauamtsmitarbeiterin Susanne Leonhard.

Vor fünf Jahren hat der Stadtrat die Projektgruppe Radroutenkonzept ins Leben gerufen. Das Motto lautet „Mit dem Rad zur Schule, zur Arbeit, zum Einkaufen und in die Freizeit“. Zahlreiche Maßnahmen wurden seither umgesetzt, weitere stehen bevor.

Susanne Leonhard vom Bauamt.

Seit 2010 kann man von kleinen, weißen Schildern Fahrradrouten ablesen. Im selben Jahr wurden 96 zusätzliche Radlständer am Bahnhof aufgestellt. 2011 wurde eine Querungshilfe an der Königsdorfer Straße errichtet, 2013 erfolgte der Bau des Walserstegs, einer Fuß- und Radwegbrücke über die Loisach. 2014 freuten sich die Radler, die ihre Drahtesel in Waldram und an der B11 in Farchet abstellen. Dort wurden die Abstellanlagen erneuert und teilüberdacht. Eine böse Überraschung hatte Susanne Leonhard im Oktober machen müssen, als der erst wenige Monate zuvor aufgestellte Radlunterstand am Kanal in Farchet „verziert wurde“. Unbekannte hatten das Holzhäuschen mit Farbe besprüht. „Das finde ich echt schade“, sagte Leonhard enttäuscht im Stadtrat.

Erfreulich ist aus Sicht der Bauamtsmitarbeiterin: „Wir haben das Thema Info und Öffentlichkeitsarbeit gesteigert.“ Seit 2010 sei in jeder Ausgabe der Rathauszeitung „Wolfratshausen aktuell“ ein Artikel zum Thema Fahrradfahren erschienen. Außerdem war die Projektgruppe bei der Iloga 2011 und 2013 sowie beim Rad-Aktionstag der Grünen 2012 dabei. Und alle Bürger können sich jederzeit mit Anregungen an die Stadt wenden. Leonhards Appell an dieser Stelle: „Bitte melden Sie konkrete Vorschläge. Ich hätte es gerne genauer.“

Beim zweiten Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) 2014 haben sich aus Wolfratshausen zwar mehr Teilnehmer gemeldet als im Vorjahr (135, 2012: 82). Dafür schnitt die Stadt schlechter ab. Auch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK), der Wolfratshausen als Gründungsmitglied angehört, schaute heuer wieder in der Loisachstadt vorbei. Innerhalb von vier Jahren müssen die Gründungsmitglieder nachweisen, dass sie die beschlossenen Aufnahmekriterien erfüllen. Im März kam dazu eine Prüfungskommission zur Vorbereisung vorbei, bestehend aus Vertretern der AGFK, der obersten Baubehörde und des ADFC Bayern. Auf eine Präsentation und Diskussion folgte eine Rundfahrt, bei der Verbesserungsvorschläge bis zur Hauptbereisung gemacht wurden. Positiv fielen unter anderem auf: das Engagement, die Finanzausstattung, die Zusammenarbeit mit den Umland-Kommunen und das Fahrrad-Taxi. Nachbesserungspotenzial gibt es etwa bei der Radwegverkehrsführung an den Hauptstraßen und bei der Öffentlichkeitsarbeit. Im letzten Punkt hofft Leonhard auf eine rege Beteiligung beim diesjährigen Stadtradeln, für das sich unter den Stadträten spontan mehrere Teilnehmer fanden.

Im Zusammenhang mit der Erweiterung des BayWa Bau- und Gartenmarktes an der Pfaffenrieder Straße wird es dort Schutzstreifen für Fahrradfahrer und eine Querungshilfe geben. Außerdem sind in den Haushalt 40 000 Euro für die Erweiterung und Verbesserung der öffentlichen Fahrradabstellanlagen und 85 000 Euro für den Ausbau des Fuß- und Radwegs am Stadion eingestellt. Das Thema „Radverkehr“ soll auf der neuen Homepage der Stadt, die wie berichtet Mitte Juli online gehen soll, noch schneller zu finden sein. Außerdem werden bald etwa 30 Prozent aller Haushalte angeschrieben. Der Hintergrund: Die Stadt muss den so genannten Modal Split, die Aufteilung des Verkehrs in Verkehrsmittel, ermitteln.

Als „dienstältestes Mitglied“ der Projektgruppe bedankte sich Roswitha Beyer (SPD) bei Leonhard für deren „Dienst, Eifer und Fleiß. Wenn es Sie nicht gäbe, wären wir nicht so weit.“ Der Stadtrat stimmte einem Grundsatzbeschluss zur Radverkehrsförderung geschlossen mit 23:0 Stimmen zu.

Alessandro Capasso

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