Will seine Erfahrungen mit dem Denkmalschutz nur im Vier-Augen-Gespräch verraten: Investor Jürgen Kindervater führte eine Gruppe von Neugierigen am Samstag durch das alte Vermessungsamt. Der Ex-Telekom-Sprecher hatte es über ein Jahr lang für viel Geld sanieren lassen. Foto: njd

Alte Mauern, neuer Charme

Wolfratshausen - Über ein Jahr lang ist das alte Vermessungsamt am Untermarkt saniert worden. Investor Jürgen Kindervater hat aus dem einstigen Schandfleck ein Schmuckstück gemacht.

Nachdem die Vorsitzende Sybille Krafft den historischen Werdegang des Gebäudes skizziert hatte, ging es den gläsernen Treppen- und Aufzugsturm hinauf ins Dachgeschoss. Hier blickte Kindervater auf die Sanierungsarbeiten zurück und hinauf zu drei historischen Außenfenstern, die erhalten wurden. Zahlreiche Balken, eine Putzwand sowie Holztüren sind ebenfalls hergerichtet worden. Sie zieren die Räume und verleihen ihnen einen ganz besonderen Charme.

Zentrales Problem bei der Sanierung war die Treppe in dem Gebäude, die die einzelnen Stockwerke miteinander verbunden hat. „Mit ihr hätte man das Haus nur an einen einzigen Mieter vergeben können, da man die einzelnen Stockwerke nicht voneinander hätte trennen können“, erklärte Kindervater. Da die Denkmalschutzbehörde die Treppe aber als erhaltenswert eingestuft hatte, hat man sie eingekapselt.

Welche Erfahrungen er mit dem Denkmalschutz gemacht habe, wollte Krafft von Kindervater wissen. „Das erzähle ich Ihnen gerne mal unter vier Augen“, antwortete der Investor. Er betonte, sich mitunter „mehr Engagement“ von den Behörden gewünscht zu haben. Ein anderer Teilnehmer der Führung wollte wissen, warum die Stadt das Gebäude nicht längst selbst saniert hatte. Als Erklärungsversuch verwies Kindervater auf den Spruch „Viele Köche verderben den Brei“. Wennstatt der vielfältigen Ideen und Interessen eines Stadtrats nur die Vision einer Person gelte und sich nur jemand finde, der sagt: „So wird’s gemacht“, dann sei das mitunter zielführender.

Nina Daebel

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