Joachim Pechtl vor einem aktuelles Geländemodell des Burgareals. Foto: njd

Altertums-Profi bietet seine Hilfe an

Wolfratshausen - Der Archäologe Joachim Pechtl vom Institut für Altertumswissenschaften der Universität Würzburg referierte im Schützenhaus an der Geltinger Straße.

Die Mitgliederzahl des im Mai neu gegründeten Burgvereins Wolfratshausen wächst. Auch das Interesse an seinen Veranstaltungen steigt. Zum Vortrag von Joachim Pechtl über „Die Problematik der Ungarnwälle“ waren rund 40 Zuhörer gekommen.

Der Wissenschaftler aus Geretsried widmete sich den Ungarnstürmen und Wallanlagen, die vermutlich zur Abwehr des Reitervolkes angelegt worden waren. Pechtl machte eines deutlich: Viele burgähnliche Anlagen sind sehr viel älter als ihr offizielles Gründungsdatum. Das könnte auch für die Wolfratshauser Burg gelten, die 1116 von den Grafen von Wolfratshausen errichtet wurde. „Ohne das Areal zu untersuchen, kann man allerdings wenig dazu sagen“, so Pechtl.

Für ihn ist die Wolfratshauser Anlage aus archäologischer Sicht „extrem spannend“. Er plädierte für sorgfältige Begehungen des Areals. Diese müssten exakt dokumentiert und wissenschaftlich aufbereitet werden. Das sei allerdings nicht, wie von den Vereinsmitgliedern geplant, mit einer Tagesbegehung erledigt. „Man muss immer wieder kommen. Wenn man es zwei bis vier Jahre lang durchgezogen hat, bekommt man das Areal vielleicht in den Griff“, so der Wissenschaftler. Er warnte davor, irgendetwas zu unternehmen, ohne es vorab mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) abgesprochen zu haben. Auf gar keinen Fall sollte man auf eigene Faust mit einer Metallsonde losziehen. (njd)

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