Renato Wittstadt SPD-Fraktionssprecher

Altes Krankenhaus: Die bröckelnde Fassade retten

Wolfratshausen - Auf Archivtauglichkeit prüfen? Die Bürger beteiligen? Oder den Dingen ihren Lauf lassen? In Sachen altes Krankenhaus scheint nur eines sicher: So geräuschlos wie erhofft geht der Verkauf nicht über die Bühne.

Die SPD-Stadtratsfraktion hat einen Antrag im Rathaus eingereicht. Die Verwaltung soll prüfen lassen, ob das ehemalige jüdische Badehaus am Kolpingplatz als Alternativstandort für das Stadtarchiv in Frage käme. Was das mit dem alten Krankenhaus an der Sauerlacher Straße zu tun hat, für das die Stadt einen Käufer sucht? „Diese Immobilie käme natürlich auch in Frage“, sagt Fraktionssprecher Renato Wittstadt. Als die Standortdebatte um das Archiv, das für 1,5 Millionen Euro am Loisachufer erweitert werden soll, wieder aufflammte, sei das Krankenhaus noch nicht aktuell gewesen. „Man sollte das Gebäude aber nachträglich in die Überlegungen einbeziehen“, so Wittstadt weiter. „Unser Ziel ist es, den Beschluss zur Erweiterung nicht weiter zu verfolgen, sondern erst andere Optionen zu prüfen.“

Damit ist die SPD auf einer Linie mit dem Historischen Verein. Dessen Vorsitzende Sybille Krafft und Bernhard Reisner hatten appelliert, vom Abriss Abstand zu nehmen und unter anderem angeregt, das ehemalige jüdische Badehaus und das Krankenhaus durch Archivexperte Peter Fleischmann auf ihre Archivtauglichkeit hin untersuchen zu lassen.

Wittstadt hofft, dass beim alten Krankenhaus wenigstens die Fassade erhalten werden kann. „Optimal wäre es natürlich, wenn ein Käufer auch mit der Raumeinteilung etwas anfangen könnte.“ Es spräche aber nichts dagegen, die Fassade zu erhalten, innen umzubauen und durch Neubauten neue Werte auf dem Grundstück zu schaffen.

(fla)

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