Zwei Standorte möglich

Analyse zur Windkraftnutzung in Münsing

Münsing – Aus eigener Initiative hat Münsing eine Standortanalyse für Windkraftanlagen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis stellte Robert Sing vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Landsberg am Dienstagabend im Gemeinderat vor.

Zwei Standorte kommen aus Sicht des Regionalen Planungsverbands in Frage: einer im Norden, oberhalb der Autobahn, nahe des Buchsees an der Gemeindegrenze zu Icking, und einer im Süden, auf einer Erhöhung160 Meter von der Garmischer Autobahn entfernt und teilweise auf Eurasburger Flur (Ortsteil Impleiten) liegend. Die Fläche im Norden ist im Regionalplan als Vorrangfläche für Windkraft eingezeichnet. Das heißt, dort darf nichts anderes geplant werden. Die Fläche im Süden ist eine so genannte weiße Fläche. Dort dürfte auch Kiesabbau oder ähnliches stattfinden.

Laut Sing eignet sich der Standort im Norden weniger gut für eine Windkraftanlage, da er nicht auf dem exponiertesten Punkt in dieser Gegend liege. Besser sieht es im Süden aus. Dort befindet sich die Fläche auf etwa 700 Metern Höhe, auf dem höchsten Punkt der Erhebung. Der Ingenieur könnte sich hier zwei Windkrafträder vorstellen. Allerdings befinde sich der Standort auf dem Grund und Boden der Bayerischen Staatsforsten, die kürzlich signalisiert hat, keine weiteren Flächen für Windkraft mehr verpachten zu wollen. „Das kann sich aber wieder ändern“, meinte Sing. Sollte die Gemeinde in Erwägung ziehen, im Süden Windanlagen anzusiedeln – sofern sich ein Investor finden würde – müsste sie sich zunächst mit den Staatsforsten und der Nachbarkommune absprechen. Dann müsste eine Windmessung vorgenommen werden und im Anschluss müsste die Gemeinde prüfen, ob gefährdete Arten in der Gegend leben.

 Hierzu zählen etwa der Rotmilan – er ist in der Gegend um Berg sehr verbreitet –, der Fischadler, der Schwarzstorch, der Uhu und der Graureiher. Es dürften sich keine Horste im Umkreis von 1000 Metern befinden, erklärte Sing. Auch das Fledermaus-Vorkommen müsste erfasst werden. Bürgermeister Michael Grasl sagte nach dem Vortrag, Münsing wolle als Pilotgemeinde der Energiewende Oberland „offen mit dem Thema Windkraft umgehen“. Deshalb habe man ein neutrales Ingenieurbüro mit der Standortuntersuchung beauftragt. Sing ermutigte die Gemeinderäte, die Windkraft im Auge zu behalten. Sie sei im Süden Deutschlands „eine ideale Ergänzung zur Fotovoltaik“. Denn scheine die Sonne nicht, wehe oft ein Wind. Würde man das ausnutzen, müsste man nicht riesige Leitungen vom Norden in den Süden bauen.

Tanja Lühr

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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