Christian Steeb Er sieht die Zukunft des Archivs am Loisachufer.

Den Anforderungen nicht gewachsen

Wolfratshausen - Das alte Krankenhaus an der Sauerlacher Straße steht zum Verkauf und damit möglicherweise vor dem Abriss. Warum eine Rettung durch die Verlegung des Stadtarchivs dorthin nicht möglich ist, lesen sie hier:

Seit klar ist, dass das alte Krankenhaus an der Sauerlacher Straße zum Verkauf - und damit möglicherweise vor dem Abriss - steht, ist es in aller Munde. Mehr oder weniger sachkundige (Möchtegern-)Retter spielen in Leserbriefen oder in öffentlichen Veranstaltungen wie dem Monatstreffen der Bürgervereinigung durch, welche Nutzungsmöglichkeiten sie für das letzte Wolfratshauser Biedermeier-Gebäude noch sehen. Ein Vorschlag taucht dabei immer wieder auf: Warum nicht das Stadtarchiv in dem 1824 fertiggestellten Gemäuer unterbringen? Hobby-Historiker und Kulturpreisträger Christian Steeb gibt in einem Brief an unsere Zeitung eine eindeutige Antwort: „Wegen der etwa 150 Jahre alten Bausubstanz und den Anforderungen an moderne Archive ist das nicht möglich.“

Steeb verweist auf die Anforderungen an Archiv-Bauten, wie sie Mario Glauert, Archivar und Honorarprofessor an der Fachhochschule Potsdam, formuliert hat. Aus den allgemein gültigen Archivrichtlinien gehe beispielsweise hervor, dass die Decken 1500 Kilogramm pro Quadratmeter aushalten müssten, um dem Druck von Stand- oder Rollregalen standhalten zu können. Wegen des Brandschutzes sei zudem vorgeschrieben, dass Wände, Decken, Stützen und Türen aus feuerfesten beziehungsweise solchen Substanzen bestehen sollten, die Feuer bis zu 90 Minuten lang hemmen können. „All dies ist bei den alten Holzbalkendecken mit Fehlböden nicht möglich“, so Steeb. Für ihn steht fest: Um alle Anforderungen zu erfüllen, müsste man das alte Krankenhaus vermutlich komplett entkernen - von den anfallenden Kosten ganz zu schweigen.

(fla)

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