Angst vor einem neuen Krieg

Friedensinitiative bereitet Unterschriftenaktion vor

Geretsried – Aus Protest gegen den Golfkrieg entstand im Jahr 1991 die Friedensinitiative im Landkreis. Die angespannte Lage in Europa ruft die Friedensaktivisten nun wieder auf den Plan.

Wichtigstes Thema beim Treffen in den Ratsstuben war die Vorbereitung einer Unterschriftenaktion gegen „die Eskalation eines Krieges in der Ukraine, der sich europaweit ausbreiten könnte“. Zudem entschied man sich für den Druck von 5000 blauen Postkarten mit dem gleichen Appell, über die man die Bürger noch besser erreichen möchte und sie auffordert „tut was, werdet aktiv“.

Zur aktuellen europäischen sowie weltpolitischen Lage gab es kontroverse Diskussionen, etwa zur jüngsten Kooperation des Deutschen Roten Kreuzes mit der Bundeswehr, die nun erstmals in der Nachkriegsgeschichte „zur Verbesserung der Einsatzvorbereitungen und bei durchführenden Maßnahmen unterstützen soll“. Damit würde, nach Meinung der Friedensinitiative, „die Unparteilichkeit des Hilfsdienstes außer Kraft gesetzt“.

Ebenso beunruhigend sahen die Friedenskämpfer den aktuellen Entschluss, „eine europäische Kampftruppe „aus dem Boden zu stampfen“. „Das ist eine Mobilmachung, ob wir Bürger das wollen oder nicht“, erklärten die Sprecher Helmut Groß und Andreas Wagner. Ebenso besorgt blickt man auf das Baltikum und das Schwarze Meer. 3000 US-Soldaten und 750 Panzer würden dort eintreffen, um Manöver durchzuführen. „Wir sind schon mitten im Kalten Krieg und können nur hoffen, dass er nicht heiß wird.“

Nun fordert die Friedensinitiative die Bürger per Unterschrift auf „Nein zum Krieg!“ zu sagen, die gesammelt an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschickt werden sollen. Dazu werde man Geschäfte bitten, die Bögen auszulegen. Die Friedensinitiative ruft außerdem dazu auf, sich am Ostermarsch am 4. April in München zu beteiligen, da es im Landkreis keinen eigenen Marsch geben wird.  web

Nächster Termin

Die Friedensinitiative trifft sich am 24. März um 19 Uhr im Gasthaus Kolberbräu in Bad Tölz. Thema: Die Folgen von Krieg und Interventionen am Beispiel der Nachfolgestaaten Jugoslawiens.  (web)

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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