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Nur Augen für die Kunst: Bildhauer Hans Kastler (li.) und Bürgermeister Moritz Sappl verfolgten gestern gemeinsam, wie ein Kran die schweren Kunstwerke in Happerg an den Ort ihrer Bestimmung brachte. Die Skulpturenmeile ist jetzt – fast – vollständig. 

Kunst unter freiem Himmel

Kastlers Kunstwerke kehren heim

Am Freitagnachmittag wurde der Skulpturenpark des Bildhauers Hans Kastler vervollständigt. Ein Kran hievte die schweren Kunstwerke auf die Podeste. Der schwerkranke Künstler war vor Ort - und bewegt.

Eurasburg – Die Elfen schweben langsam der grünen Wiese entgegen. Die Köpfe aneinandergeschmiegt, scheinen sie aus einer Sandsteinsäule zu wachsen. Gehalten von reißfesten grünen Gurten senken sie sich auf einen mächtigen Sockel herab. „Die Geburt der Elfen“, das jüngste Werk des Eurasburger Bildhauers Hans Kastler, bildet seit gestern den Abschluss der Skulpturenmeile am Kellerweg in Happerg. Der Künstler war selbst vor Ort. Er war sichtlich bewegt.

Per Fernbedienung kommt die Kunst an ihren Platz

„Der Sandstein stammt aus St. Margareten in Östereich. Der ist so schön in der Patina, das ich ihn nicht verändern wollte“, erklärt Kastler mit Blick auf seine Elfen. „Das darf jetzt die Natur übernehmen.“ Unter Anleitung des Künstlers höchstpersönlich dirigierte der Bauunternehmer Georg Maier die anmutigen Elfen per Fernbedienung mit seinem Kranwagen an ihren Bestimmungsort.

Erstmals seit seiner Gehirnblutung ist der Künstler wieder in Happerg

Kastler, der dieses Jahr 84 wird, war zum ersten Mal seit seiner Gehirnblutung Ende August vorigen Jahres wieder in Happerg. Aus dem Rollstuhl verfolgte er mit wachen Augen die Fertigstellung der Kunstmeile, monierte mit ausgestrecktem Arm den leichten Schiefstand beim ersten Absetzen, nickte zustimmend, nachdem selbst Eurasburgs Bürgermeister Moritz Sappl Hand angelegt hatte, um die Plastik richtig zu justieren. „Es ist toll, dass ich das hier hab machen können. Das war mein Wunsch, und die beiden Bürgermeister (Sappl und dessen Vorgänger Michael Bromberger, d. Red.) haben dabei gut mitgewirkt“, sagte er. Kastler freute sich sichtlich über die Vervollständigung seiner Galerie unterm freien Himmel.

Die Gemeinde wird sich um den Park kümmern - das hat der Rat beschlossen

Die Gemeinde Eurasburg hatte kürzlich mit dem Bildhauer einen Dauerleihvertrag geschlossen (wir berichteten). Dieser sichert den Verbleib seiner Skulpturen entlang des Kellerwegs. Alle Werke bleiben im Besitz des Künstlers, beziehungsweise dessen Nachfolgern. Diese müssten auch für eventuelle Reparaturen aufkommen, versichert Sappl. Die Gemeinde verpflichte sich im Gegenzug, das Grundstück, auf dem der Kunstpark beheimatet ist, zu pflegen. Insgesamt 20 Kunstwerke bilden das Ensemble, darunter die Harlekine, der Grünschnabel aus Stahl, der Florettfechter, die Venus und der Flurwächter.

Die kürzlich gestohlenen Objekte werden derzeit nachgebaut

Einen neuen Nachbarn hat seit gestern die „Salome“: Ihr wurde das „Pferd“ zur Seite gestellt. Dessen bisheriger Standort vor einem Busch aus Haselnusssträuchern wurde für das Objekt „Das bunte Leben“ benötigt, eine Art überdimensionales Mobile. Dieses stand zuletzt vor dem Haus des Künstlers und markiert nun etwa die Mitte der Ausstellungsmeile, in der zwei Lücken klaffen. Darauf standen die Edelstahl-Objekte mit dem Titel „Wachstum“, die von Unbekannten gestohlen wurden. Beide Objekte werden derzeit nachgebaut und sollen ebenfalls noch im Laufe dieses Jahres aufgestellt werden.

Auch der Gorilla wird heimkehren, und zwar vom Tegernsee

Das gilt auch für die bekannteste Skulptur Kastlers, den Gorilla, vom dem eine Kopie vor dem C&A in Geretsried steht. Das Original steht noch am Tegernsee, soll aber bald nach Happerg zurückkehren und dort seinen Sonderplatz einnehmen – auf dem Wiesenhügel gleich gegenüber der Skulpturenmeile. Rudi Stallein

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