Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander

- Königsbrunn/Geretsried — Zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit ging das Geretsrieder Eishockeyteam an einem Wochenende völlig leer aus. Nach der 0:4-Pleite am Freitag verloren die River Rats zwei Tage später beim ESV Königsbrunn mit 2:5 (1:2, 0:2, 1:1). Der TuS blieb somit in den jüngsten drei Partien ohne Zähler und hält sich mit derzeit 21:23 Punkten nur aufgrund des besseren Torverhältnisses auf dem letzten Play-off-Rang – punktgleich mit Fürstenfeldbruck, Pfaffenhofen und Pegnitz.

von eduard hien <P>Die Geretsrieder hatten das Pech, auf einen Gegner zu treffen, der sich seit Anfang Dezember in bestechender Form präsentiert. Sechs Siege in den letzten acht Spielen sprechen für die Pinguine. Das einstige Schlusslicht hat sich mittlerweile auf Rang sechs der Tabelle vorgearbeitet und beste Chancen auf den Einzug in die Play-offs. Königsbrunn begann furios, führte nach fünf Minuten mit 2:0 &#8211; was Hans Rothkirch in Rage brachte: &#8222;Wir waren nicht ganz so bei der Sache.&#8220; Der TuS-Trainer zog daraufhin die Notbremse und beantragte die Auszeit. Die Maßnahme griff: Daniel Campbell gelang noch vor der Pause der Anschlusstreffer. <P>Hoffnungsvoll gingen die Gäste ins zweite Drittel, kamen auch immer besser in Schwung. Doch die Erwartungen wurden jäh zerstört: Mit zwei Überzahltoren (30./37.) zog der ESV auf 4:1 davon. &#8222;Diese Treffer waren entscheidend. Wir hatten im zweiten Drittel einfach zu viele Strafzeiten, die aber nur teilweise berechtigt waren&#8220;, meinte Rothkirch später. Der Trainer vermisste bei seinen Schützlingen in einigen Situationen &#8222;die Cleverness&#8220;. <P>Zudem fanden die Rats kein probates Mittel gegen den ersten Block der Gastgeber, der zehn der zwölf Scorerpunkte verbuchte. Insbesondere der Paradesturm um den 37-jährigen Kapitän Roland Hanemann glänzte. Der Ex-Geretsrieder sowie die beiden Neuzugänge Marek Cmunt und Dominik Hägele besitzen eine gewaltige Durchschlagskraft. <P>Gelöst zeigte sich Marian Hurtik nach der Partie. Vor dem Spiel habe er etwas Angst gehabt, verriet der ESV-Coach, &#8222;weil wir in Geretsried mit 3:9 die höchste Saisonniederlage erlitten haben. Aber wir haben heute super Eishockey gespielt und verdient gewonnen.&#8220; Hurtik hofft, &#8222;dass wir den augenblicklichen Play-off-Platz weiter verteidigen&#8220;. Für den Kollegen Rothkirch klaffen dagegen bei einigen seiner Schützlinge &#8222;Anspruchsdenken und Wirklichkeit auseinander&#8220;. Der Geretsrieder Übungsleiter hat &#8222;den Eindruck, dass manchem der letzte Biss fehlt, alles zu geben, auch das letzte Hemd zu opfern&#8220;. <P>Noch freilich haben sich die River Rats nicht aus den Play-off-Rängen verabschiedet. Aber das Restprogramm für den Bayernligisten-Achten ist hart. Jedes der ausstehenden acht Matches ist quasi ein Endspiel. Das macht die Aufgabe am Freitag beim Tabellendritten ECDC Memmingen nicht gerade leichter. <P>K ESV Königsbrunn &#8211; TuS Geretsried 5:2 (2:1, 2:0, 1:1). &#8211; Tore: 1:0 (0:59) Hägele (Cmunt, Hanemann), 2:0 (4:57) Schwimmbeck (Gossmann), 2:1 (8:42) Campbell (Winhard 5-4), 3:1 (29:28) Hägele (Cmunt, Hanemann 5-4), 4:1 (36:24) Hägele (Härtl, Conti 5-3), 5:1 (45:50) Hanemann, 5:2 (52:13) Tauber (Ullmann, Hörl 4-5). &#8211; Schiedsrichter: Jörg Busch (Augsburger EV), Adrian Drazic (EC Ulm/Neu-Ulm). &#8211; Strafminuten: Königsbrunn 19 + Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Gossmann (unnötige Härte), Geretsried 30. &#8211; Zuschauer: 161. <P>

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