Anwohner starten Bürgerbegehren

- Suchthilfeeinrichtung: Gegner brauchen über 1300 Unterschriften

VON VERONIKA WENZEL Geretsried - Die Geretsrieder Anwohnerinitiative macht ernst: Bei einem Treffen am Dienstag wurde beschlossen, mit einem Bürgerbegehren gegen den Einzug einer Suchthilfeeinrichtung in die ehemalige Verwaltungsschule vorzugehen. Noch an diesem Wochenende will die Gruppe laut Mitinitiator Stefan Grevens mit dem Sammeln der Unterschriften beginnen.

Belästigungen, Gefährdung der Kinder, Gewalt und ein vermehrtes Drogenaufkommen - all das befürchtet die Initiative (wir berichteten). Da der Stadtrat der Langzeittherapieeinrichtung aber durchaus positiv gegenüber steht, sieht die Gruppe einen Bürgerentscheid als einzige Chance, um den Einzug zu verhindern. An der genauen Formulierung ihrer Forderung basteln die Anwohner noch. Am Freitag gibt es zu diesem Thema ein Pressegespräch.

Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren müssen acht Prozent der Wahlberechtigten in Geretsried auf den Listen unterschreiben. "Das sind zirka 1360 Unterschriften", sagt Ordnungsamtsleiter Günter Stowasser auf Anfrage. Wenn die Anzahl erreicht wird und sich der Stadtrat der Forderung nicht beugen will, muss das Gremium innerhalb von drei (bei Verlängerung sechs) Monaten einen Termin für den Bürgerentscheid festsetzen. Es wäre der erste in Geretsried. Für die Abstimmung muss die Kommune dieselben Vorbereitungen treffen wie für eine Wahl. "Deshalb ist das auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden", sagt Stowasser.

Noch ist es aber nicht so weit, denn noch fehlen die Unterschriften. Mitinitiator Grevens ist aber "zuversichtlich", dass man die benötigte Anzahl zusammenbringt. Er und seine Mitstreiter wollen nicht nur von Haus zu Haus gehen, sondern auch "in Geschäften Listen auslegen und Veranstaltungen oder Bälle nutzen, um einen Info-Stand aufzubauen", sagt Grevens. "Vor oder nach der Stadtratssitzung" könne man ebenso Unterschriften sammeln wie "auf dem Grünen Markt".

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