Sammeltaxi für Eurasburg

Appell an die Kreativität

Eurasburg – Die Eurasburger Jugend fordert einen öffentlichen Nahverkehr in den Abendstunden (wir berichteten). Einen entsprechenden Antrag hatten acht Jugendliche unterschrieben und bei der Gemeinde eingereicht. Im Umweltausschuss wurde das Thema jetzt diskutiert.

Entschieden ist bislang nichts. Marcus Fichtner (Gemeinsame Bürgervereinigung) kommentierte das Anliegen als Erster. Er begrüßte es, dass sich die Jugend nicht versteckt, sondern sich aktiv einbringt und einen Antrag stellt. Ein Problem gab’s aus seiner Sicht trotzdem. „Ich kann dem so nicht zustimmen, weil nur acht Personen unterschrieben haben. Das ist mir zu wenig. Bei mehr Unterschriften würde ich mich leichter tun“, sagte Fichtner.

Dritter Bürgermeister Ralf Reichenberg (Freie Wählerschaft Achmühle) sprach sich grundsätzlich für den Antrag aus. Allerdings regte er an, zuerst einmal bei Gemeinden nachzufragen, die Vergleichbares bereits anbieten. Außerdem sollten Taxiunternehmen kontaktiert werden. Die Jugendlichen fordern in ihrem Antrag nämlich, dass Taxis in den Abendstunden eingesetzt werden und die Lücke im Nahverkehr schließen.

Klaus Koch, der die Grünen im Gemeinderat vertritt und Dritter Landrat ist, berichtete von den mittlerweile drei Sammeltaxi-Linien im Landkreis. „Die Dinge sind gut, aber ein hundertprozentiges Erfolgsmodell ist es nicht“, sagte er und appellierte an die Kreativität der Jugendlichen. Die seien in der heutigen Zeit derart gut vernetzt, dass man hier prüfen müsste, ob es nicht auch Alternativen zu Sammeltaxis gebe. Koch denkt dabei beispielsweise an einen geschlossenen User-Kreis innerhalb der sozialen Online-Netzwerke. Wer wie er selbst beispielsweise seine Kinder um ein Uhr nachts aus Wolf-ratshausen hole, könne diese Fahrt online stellen und anbieten, weitere Personen mitzunehmen. So hätten Eltern auch eine gewisse Kontrolle darüber, bei wem ihr Nachwuchs einsteige.

Alexander Sebald (Herrnhauser Liste) forderte zudem, dass sich die Eltern grundsätzlich untereinander stärker absprechen. So würde er es gerne sehen, wenn sie bei dem Thema in die Verantwortung genommen werden.

Bürgermeister Moritz Sappl indes zeigte Verständnis dafür, dass es „ab einem gewissen Alter aus diversen Gründen nicht so interessant sei, sich von den Eltern abholen zu lassen“. In einigen anderen Gemeinden habe man die Idee mit den Sammeltaxis bereits aufgegriffen. Allerdings nicht immer mit Erfolg. Die Akzeptanz habe gefehlt.

Koch wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man generell von einer Einführungszeit von drei Jahren ausgehe. „Man muss sich dran gewöhnen.“ Das System des Anruf-Sammeltaxis einfach mal sechs Monate lang zu testen, sei Koch zufolge durchaus möglich und finanzierbar. Sappl betonte, sich zeitnah noch einmal mit den Jugendlichen zusammensetzen zu wollen, die den Antrag eingereicht hatten. Und Ralf Reichenberg regte an, den Jugendbeauftragten der Gemeinde, Bernhard Bromberger, in die Diskussion mit einzubinden.

von Nina Daebel

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Kommentare