CSU-Stammtisch

Appelle fürs interkommunale Hallenbad

Geretsried - „Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass der Kreistag dem interkommunalen Hallenbad zustimmt?“ Das wollte der Wolfratshauser SPD-Ortsvorsitzende Manfred Menke gestern von den CSU-Kreisräten am Geretsrieder CSU-Stammtisch wissen.

Vorangegangen war der Hallenbad-Debatte eine kritische Haushaltsrede des Dritten Bürgermeisters Gerhard Meinl. Dieser mahnte, dass die bundes- und landesweit von der CDU/CSU beschworene „schwarze Null“ auch auf kommunaler Ebene zur „Weltanschauung“ werden müsse. Das heißt, für Investitionen dürften keine neuen Schulden aufgenommen werden. „Noch sprudeln unsere Gewerbesteuereinnahmen“, sagte Meinl. Doch angesichts der vielen internationalen Krisen – Terror im Irak und Syrien, Ukraine-Konflikt, Ebola und Flüchtlingsansturm auf Europa – werde es zu wirtschaftlichen Eintrübungen kommen.

Übernehme sich Geretsried nun mit den Betriebskosten für das interkommunale Hallenbad, werde dies zu Lasten der nächsten Generation gehen. Die Stadt müsse vor einem Neubau zum einen schnellstmöglich ihr Gewerbegebiet Gelting II verkaufen, denn mit diesen Einnahmen habe sie im Haushalt gerechnet. Zum anderen müsse sie auf die Hallenbad-Zweckvereinbarung mit dem Landkreis bestehen. Der Kreistag wird wie berichtet am Donnerstag darüber entscheiden, ob er in den kommenden zehn Jahren (mehr wären Meinl lieber) jedes Jahr fix 650 Schwimmstunden für die kreiseigenen Schulen bucht und bezahlt

Sowohl der Wolfratshauser SPD-Ortsvorsitzende Manfred Menke als auch Terke Stapf, Trainerin beim Geretsrieder Schwimmsportverein WSV 72 und Mitinitiatorin des Wolfratshauser Bürgerbegehrens pro Hallenbad, wollten von den anwesenden CSU-Kreisräten wissen, wie sie die Chancen für eine Zusage einschätzen.

„Die CSU steht überwiegend hinter der Beteiligung. Im Süden gibt es allerdings Diskussionsbedarf“, antwortete Sabine Lorenz. Volker Reeh zeigte sich optimistisch: „Ich bin überzeugt, das Hallenbad schaffen wir.“ Gerhard Knill, Kreisrat aus Königsdorf, erklärte, warum der Ausschuss keine Empfehlung an den Kreistag abgegeben hatte: „Wir haben von Frau Irmer und Herrn Niedermaier nie konkrete Zahlen bekommen. Sie lagen erst zwei Tage vor der Sitzung vor. Es ist verständlich, dass wir damit überfordert waren.“ Auf Menkes Frage, welche Argumente gegen eine Beteiligung des Kreises sprechen würden, antwortete Gerhard Meinl (nicht im Kreistag vertreten): „Das Thema Gegenargumente wird noch gepflegt werden von Ascholding.“

Der Geretsrieder CSU-Ortsvorsitzende Ewald Kailberth (ebenfalls nicht im Kreistag) meinte, er sei „fast sicher“, dass die Mehrheit des Plenums sich für eine feste Stundenbuchung aussprechen werde. Kailberth erinnerte jedoch daran, dass Geretsried angesichts der immer noch an der Stadt hängen bleibenden jährlichen Unterhaltskosten von 500 000 bis 800 000 Euro gezwungen sei, andere freiwillige Leistungen künftig zurückzufahren. Terke Stapf appellierte an die Kreisräte, ihre Kollegen bis Donnerstag zu überzeugen. Es sei Pflicht des Landkreises, seinen Schülern das Schwimmen beizubringen. „Diese Pflicht muss auf allen Schultern verteilt werden“, sagte Terke Stapf. Das Hallenbad sei nur in der geplanten Größe sinnvoll, weil es dann optimal von Schulen, Rettungsorganisationen, Sportvereinen und Freizeitschwimmern genutzt werden könne. Noch attraktiver wäre es mit einem Fünf-Meter-Sprungturm. „Je kleiner das Bad, desto größer wäre das Defizit“, ist sich die Wolfratshauserin sicher. (tal)

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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