Rätselraten: Da völlig unklar war, ob in dem Holzschuppen eventuell Gas austritt, gingen die Einsatzkräfte äußerst vorsichtig vor. Doch nach kurzer Zeit konnte die Feuerwehr Entwarnung geben. Ursache für die lebensbedrohliche Kohlenmonoxidvergiftung eines Arbeiters aus Bad Tölz war ein Verbrennungsmotor – mutmaßlich kombiniert mit geschlossenen Schuppentüren. Foto: Sabine Hermsdorf

Arbeiter atmet Abgase ein: Lebensgefahr

Wolfratshausen - Eine lebensbedrohliche Kohlenmonoxidvergiftung hat am Donnerstag ein 49-jähriger Tölzer erlitten. Die Polizei vermutet, dass der Holzschuppen, in dem der Mann gearbeitet hatte, nicht oder nur sehr schlecht belüftet war.

Der Tölzer und sein 22 Jahre alter Kollege aus Dietramszell waren mit Umbauarbeiten in einem Holzschuppen hinter dem Gasthaus Frühlingsgarten an der Sauerlacher Straße befasst. Dabei kam ein großes Flexgerät mit benzinbetriebenem Motor zum Einsatz, mit dem der 49-Jährige die Bodenplatte der Holzhütte aufschnitt. Gegen 10 Uhr klagte der Mann über starke Übelkeit und Schwächeanfälle, sein Kollege alarmierte umgehend die Integrierte Rettungsleitstelle in Weilheim. Einsatzkräfte des BRK brachten den Tölzer daraufhin in die unmittelbar in der Nähe des Schuppens liegende Kreisklinik. Dort stellten Ärzte im Blut des Mannes eine lebensgefährliche Kohlenmonoxidkonzentration fest. Da den Medizinern völlig unklar war, wie es dazu gekommen sein könnte, schalteten sie die Polizeiinspektion Wolfratshausen ein. Der gelang es, den Unfallort zu ermitteln: Kurz nach 16 Uhr rückten vorsorglich die Feuerwehren aus Wolfratshausen, Weidach und Geretsried sowie Helfer des Roten Kreuzes zur Sauerlacher Straße aus. Vor Ort klärte sich das mutmaßliche Geschehen rasch auf: Der 49-Jährige hatte offenbar beim Flexen über einen längeren Zeitraum die Abgase des Motors eingeatmet. Kohlenmonoxid ist ein farb-, geruch- sowie geschmackloses Gas. Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht. „Es handelt sich offensichtlich um einen tragischen Betriebsunfall“, sagte Polizeihauptkommissar Ingo Wagner gegen Abend auf Nachfrage. Der lebensgefährlich verletzte Arbeiter sei am Nachmittag von der Kreisklinik ins Unfallkrankenhaus nach Murnau verlegt worden. Die Ermittlungen der Wolfratshauser Polizei dauern an. (cce)

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