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Schlange stehen: Laut Polizei kamen am Samstag mehr als 4000 Besucher zur Maisfeldparty der Ascholdinger Burschen – rund 500 Jugendliche mussten unverrichteter Dinge die Heimreise antreten. Kurz nach 22 Uhr wurde der Eingang zum Festgelände an der Feldstraße geschlossen.

Einige Straftaten wurden bekannt

Schäftlarner greift Polizisten an: Die Schattenseite der Maisfeldparty

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Mehr als 4000 Besucher kamen am Wochenende zur Maisfeldparty nach Ascholding. Die Polizei lobt zwar den Veranstalter, berichtet aber auch von einigen Straftaten. Ein Schäftlarner griff etwa die Streife an. 

Ascholding – Die erste Bilanz der Polizei nach der Maisfeldparty in Ascholding am Sonntag fiel wie berichtet positiv aus. Nun aber sind einige Straftaten bekannt geworden. „Trauriger Höhepunkt war der tätliche Angriff eines hochgradig alkoholisierten und aggressiven Festbesuchers aus Schäftlarn auf einen Polizeibeamten“, berichtet Geretsrieds Vize-Polizeichef Emanuel Luferseder.

Bis 2 Uhr war es eine gelungene Veranstaltung

Weit mehr als die erlaubten 4000 Besucher lockte die Maisfeldparty an. Aufgrund des großen Andrangs wurde der Einlass gegen 22 Uhr gestoppt. Rund 500 Jugendliche mussten unverrichteter Dinge die Heimreise antreten. „Die Organisation durch den Veranstalter und der eingesetzte Sicherheitsdienst erwiesen sich als professionell“, betont Luferseder. „Aus polizeilicher Sicht war es bis gegen 2 Uhr eine rundum gelungene Veranstaltung.“

Tumultartige Szenen bei der Abreise

Aber: Die Abreise der mehreren tausend Besucher führte zu größeren Problemen. „Bedingt durch die nicht ausreichende Zahl an Mitfahrgelegenheiten kam es zu tumultartigen Szenen im Dorf und auf der Staatsstraße 2072“, so der Hauptkommissar. Zahlreiche zum Teil erheblich betrunkene Besucher standen auf der Straße und versuchten, eine Mitfahrgelegenheit zu ergattern oder Taxen zu stoppen.

Lesen Sie auch: Maisfeldparty in Ascholding: Darum gingen um 22 Uhr die Türen zu

Die Staatsstraße musste mehrmals komplett gesperrt und die Feuerwehr Ascholding zur Unterstützung herangezogen werden. Luferseder: „Zahlreiche Besucher harrten bei kühlen Temperaturen, zum Teil leicht bekleidet und alkoholisiert, mehrere Stunden aus, um die Heimreise antreten zu können.“ Der Rettungsdienst des BRK bewahrte einzelne Personen vor einer drohenden Unterkühlung. Die letzten Nachtschwärmer warteten bis gegen 6 Uhr auf ihre Abholung.

Trauriger Höhepunkt: Ein aggressiver Schäftlarner

Trauriger Höhepunkt aus Sicht der Polizei war der Angriff eines extrem betrunkenen und aggressiven Schäftlarners auf einen Beamten. Der 29-Jährige war laut Luferseder gegen 3.15 Uhr zunächst mit einem drei Jahre jüngeren Familienangehörigen in Streit geraten. Als die Situation eskalierte, wollten Polizeikräfte die sich prügelnden Streithähne trennen – „daraufhin ließen beide ihre Aggressionen an den Beamten aus“. Der 29-Jährige ließ sich erst durch den Einsatz mehrerer Polizisten bändigen, sie nahmen den Mann in Gewahrsam. Sein Kontrahent musste aufgrund seiner hohen Alkoholisierung von über zwei Promille vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht werden. Bei dem Angriff wurde ein Polizist leicht im Gesicht verletzt, eine Brille ging zu Bruch. Ermittelt wird nun wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, Körperverletzung und Widerstands.

Darüber hinaus kam es zu fünf Fällen von Ausweismissbrauch: Minderjährige Besucher hatten am Eingang Ausweise älterer Geschwister oder Bekannter vorgezeigt, um aufs Gelände zu kommen. „Für sie endete die Feier direkt am Eingang“, so Luferseder. Zudem kassierten sie jeweils eine Anzeige und wurden ihren Erziehungsberechtigten übergeben.

Kennzeichen vertauscht

„Spaßvögel“ machten sich in der Nacht auf Sonntag die Mühe, die Kennzeichen an zwei geparkten Pkw zu vertauschen. Als ein Besucher zu seinem Fahrzeug zurückkehrte, fand er statt seines rumänischen Kennzeichens ein Nummernschild aus dem Landkreis Miesbach an seinem Auto. Der Tausch konnte erst am Sonntagabend vollständig aufgeklärt werden, die jeweiligen Fahrzeugbesitzer erhielten ihre richtigen Kennzeichen zurück. Luferseder: „Auch hier liegt eine Straftat vor, es wurden Ermittlungen wegen Urkundenfälschung eingeleitet.“

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Was bei der Maisfeld-Party in Ascholding geboten ist

Sehr schmerzlich bleibt die Freiluftfete einer 16 Jahre alten Wolfratshauserin in Erinnerung: Sie wurde auf dem Festgelände gegen 22.15 Uhr von einer geworfenen Bierflasche am Kopf getroffen. Die 16-Jährige erlitt eine Kopfverletzung, wurde vor Ort medizinisch versorgt, ihre Wunde schließlich in der Kreisklinik geklammert. Die Polizei ermittelt gegen den unbekannten Flaschenwerfer wegen gefährlicher Körperverletzung und sucht nach Zeugen des Vorfalls, der sich im Bereich vor der Hauptbühne ereignet hat.

Wegen einer Streitigkeit auf dem Areal an der Feldstraße wurde ein Wolfratshauser (20) des Feldes verwiesen. Da er auf den polizeilichen Platzverweis vollkommen uneinsichtig reagierte und zudem aggressiv und alkoholisiert war, musste er in Gewahrsam genommen werden.

Luferseders Bilanz endet mit einem Blick auf illegale Betäubungsmittel: Drei Besuchern der Maisfeldparty reichten offenbar die angebotenen alkoholischen Getränke nicht, das Trio steht im Verdacht, Drogen konsumiert zu haben. 

cce

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