+
Raubzug: In der Nacht zum Montag klauten die Ascholdinger den Mooshamer Burschen ihren Maibaum. 

Burschen aus Ascholding

Maibaumdiebe kommen im Morgengrauen nach Moosham

  • schließen

Das Diebesgut ist über 30 Meter lang und einige Tonnen schwer: der Mooshamer Maibaum. Die Mitglieder des Burschenvereins Ascholding haben es geschafft, den Kollegen aus Moosham in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das gute Stück zu stehlen. Die Verhandlungen über die Auslöse laufen bereits.

Ascholding/Moosham– In der Nacht auf Montag, pünktlich um Mitternacht, ist es soweit. Rund 30 Burschen aus Ascholding machen sich in Kleinbussen auf den Weg. „Dunkle Kleidung war ein Muss, aber auf Schminke im Gesicht haben wir verzichtet“, berichtet Vorstand Matthias Harrer im Gespräch mit unserer Zeitung und lacht. Im Vorfeld des Raubzuges hatten Wolfgang Sobotta, Matthias Schopf, Elias Kneißl und Georg Rieger den Tatort und das Umfeld detailliert ausgekundschaftet. „Man besucht sich ja gegenseitig in den Wachhütten auf eine Halbe, da kann man sich ja mal in Ruhe umschauen“, verrät Harrer.

Das Quartett schaut ganz genau hin: Wie ist der Mooshamer Maibaum gesichert? Wann ist Wachwechsel? Und besteht überhaupt eine Chance auf Erfolg? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: „In Schlangenlinie haben wir uns am Montagfrüh gegen 3 Uhr angeschlichen“, erzählt Harrer. „Schließlich wollten wir keinen Bewegungsmelder auslösen.“ Behutsam wird der mächtige Baum mit Muskelkraft auf einen Anhänger gehoben. Die Diebe verständigen sich lautlos mit Zeichensprache. Langsam rollen sie den Anhänger vom Grundstück. Harrer: „Das war echte Maßarbeit. Rechts und links waren nur etwa zehn Zentimeter Platz.“ Schließlich ist der Anhänger an einen Geländewagen angekoppelt – und ab geht’s. Im Morgengrauen legt der Tross auf dem Dorfplatz in Ascholding einen Zwischenstopp fürs Weißwurstfrühstück ein. Die fröhlichen Diebe senden erste Fotos ihrer Beute an die Mooshamer Burschen, die sich postwendend in Ascholding einfinden.

Markus Kroll, Vorsitzender des Mooshamer Burschenvereins, macht gute Mine zum bösen Spiel: „Wer einen Maibaum hat, muss immer damit rechnen, dass er gestohlen wird.“ Mit einem Augenzwinkern ergänzt er: „Jetzt laufen bei uns interne Ermittlungen an, warum das passieren konnte.“ Vor allem, weil den Ascholdingern bereits ein Ruf vorauseilt: 1996 holten sie sich den Maibaum aus Humbach, einige Jahre später schlugen sie erfolgreich in Oberbiberg und Siegertshofen zu. „Und die Deininger mussten vor zwei Jahren daran glauben“, berichtet Burschenboss Harrer stolz.

Zwist zwischen Räubern und Opfern gibt es aufgrund der Geschehnisse nicht. Im Gegenteil, stellt der Mooshamer Kroll fest: „Ehrensache, dass wir uns gegenseitig beim Aufstellen helfen werden.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Industriegeschichte fürs Tablet
Das Interesse an der ungewöhnlichen Geschichte Geretsrieds ist groß. So groß, dass der Arbeitskreis Historisches Geretsried das längst vergriffene Sonderheft der …
Industriegeschichte fürs Tablet
Der Wahnsinn liegt im Zeitplan
Die Asphaltarbeiten im Kreuzungsbereich B 11/ Pfaffenrieder Straße/Schießstättstraße liegen im Zeitplan. An diesem Montag kann der Verkehr höchstwahrscheinlich ab 16 Uhr …
Der Wahnsinn liegt im Zeitplan
Obstbäume jetzt schneiden
Auch wenn es bei rekordverdächtigen Temperaturen von über 20 Grad schwerfällt. Gartler sollten jetzt an den Winter denken. Drei Experten von Gartenbauvereinen geben …
Obstbäume jetzt schneiden
Litfaßsäule entfernt
Zugegeben: Die Litfaßsäule am Karl-Lederer-Platz machte nicht immer den besten Eindruck – vor allem, wenn Reste von sich ablösenden Plakaten herunterhingen. Aber: …
Litfaßsäule entfernt

Kommentare