Aufruhr im „Paradies“

- Geretsried – Für Gerhard Ludwig ist es das Paradies. Und das ist jetzt bedroht: Das Haus Buchberg 5 an der B 11 muss möglicherweise dem Bau der Zufahrtsstraße für das Mediterana weichen. Die betroffenen Familien, die dort zur Miete wohnen, wollen sich dagegen mit allen Mitteln wehren. Die Stadt bemüht sich unterdessen um einen Erhalt des Hauses (siehe Bericht unten).

VON TORBEN TRUPKE <P>Seit fast 25 Jahren wohnt Ludwig in dem idyllischen Gebäude. Er selbst hat viel Arbeit und sein ganzes Geld in die Renovierung des Hauses gesteckt. Für ihn, seine Lebensgefährtin Alexandra Hofbauer und seine siebenjährige Tochter steht fest: &#8222;Wir werden nicht kampflos das Feld räumen.&#8220; <P>Auch Nachbarin Brigitte Weltl ist fest entschlossen, Widerstand zu leisten. Die selbstständige Bürokauffrau lebt mit ihrem Mann Martin und Tochter Raffaela (20) seit 1998 hier. &#8222;Von den Abrissplänen haben wir durch Zufall erfahren: Im Herbst hat uns ein Spaziergänger von einem Zeitungsbericht erzählt&#8220;, in dem davon die Rede war. Weltl findet &#8222;die ganze Sache irgendwie seltsam&#8220;: &#8222;Wir sind direkt betroffen, werden aber nicht informiert.&#8220; Beim Mieterverein habe man ihr mitgeteilt, dass man nichts tun könne, solange keine Abrissgenehmigung vorliege. Auch eine Kündigung haben die beiden Mietparteien bislang nicht erhalten. &#8222;Wir warten jetzt, was passiert&#8220;, so Weltl. Es sei eine &#8222;unsinnige Lösung&#8220;, eine &#8222;ewig lange&#8220; Zufahrt zum Mediterana parallel zur B 11 zu planen. <P>Genauso sieht es Gerhard Ludwig: &#8222;Das ist absurd.&#8220; Er hält generell nichts vom Mediterana. &#8222;Das Umfeld passt gar nicht für Wellness.&#8220; Sechs Jahre lang hat er das fast hundert Jahre alte Gesindehaus von Grund auf renoviert, nach alten Baumustern. &#8222;So etwas wie hier werden wir nie wieder finden&#8220;, ist Ludwig überzeugt. &#8222;Wir hätten auch gar kein Geld dafür.&#8220; Als Gegenleistung für seine Arbeiten sei ihm ein Wohnrecht auf Lebenszeit versprochen worden. Für Brigitte Weltl ist die ganze Situation unwirklich. &#8222;Man fragt sich: ,Pflanz&#8217; ich jetzt noch was, oder nicht?&#8217;&#8220;, beschreibt sie die Unsicherheit stellvertretend für alle. <P>

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