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Vom Auftauchen und Sichtbar machen

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Icking - Wer Barbara von Johnson nur als optische Mutter des Pumuckls kennt, weiß wenig von dieser Frau ­ sehr wenig. Wie vielseitig die Künstlerin wirklich ist, zeigt einmal mehr die Ausstellung "Frauen im Gespräch", die derzeit im Ickinger Rathaus zu sehen ist.

"Ich finde Frauen dann stark, wenn sie Schwäche zeigen", erklärt Barbara von Johnson ihr Frauenbild. Ob Feen, Göttinnen, Querdenkerinnnen. "Erst wenn eine Frau durch das Weibliche eine Lösung für sich selbst findet, findet sie auch ihren Weg."

Viele Jahrzehnte hat es gedauert, bis sich die schüchterne Urheberin des "Pumuckl" selbst sichtbar und öffentlich machte. Der kleine Kobold ist schließlich nur ein kleiner Teil ihres Lebens. Mit 21 Jahren gebar sie ihn zeichnerisch. Doch wer den Pumuckl kennt, entdeckt viele Parallelen zur Künstlerin. "Das Unsichtbare, das Humorvolle liegt mir." Die Öffentlichkeit, das Öffentlich-machen-müssen dagegen fiel ihr immer schwer. "Ich musste diese Ambivalenz, die innere und äußere Welt, für mich selbst auch erst begreifen." Deshalb hat die Münchnerin zu jedem ihrer Frauenbilder ein entsprechendes Gedicht verfasst. "Sie fangen immer mit einer Behauptung an. Zeile für Zeile fülle ich das Behauptete dann mit Sinn." Manchmal witzig ­ "Flipp Flopp. Busen wippt. Ausgeflippt" ­ manchal nachdenklich, kommen hier ihre verdichteten Lebensweisheiten aus 66 Jahren vor.

Die rund 40 Bilder, die noch bis zum 9. Mai ausgestellt sind, wurden in der so genannten FIN-ART-Technik entwickelt. "Damit wird erlebbar gemacht, was andere nur sehen." Es ist die technische Nachfolge von Lithografie und Radierung. "Deep Art meets High Tech" formuliert es Wolfgang Krause, der Lebensgefährte der Künstlerin kurz und treffend.

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