Machte den Kirchenbesuchern ein Weihnachtsgeschenk: das Klarinetten-Ensemble Clarezza. Foto: sh
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Machte den Kirchenbesuchern ein Weihnachtsgeschenk: das Klarinetten-Ensemble Clarezza.

Klarinetten-Ensemble Clarezza

Augen schließen und genießen

Wolfratshausen – Trotz winterlicher Temperaturen und glatter Straßen waren doch so viele Besucher am späten Sonntagnachmittag in die evangelische Kirche St. Michael nach Wolfratshausen gekommen.

So viele, dass Pfarrer Florian Gruber viel zu tun hatte, jedem ein Programmblatt in die Hand zu drücken. „Diese Abendmusik ist für uns ein Weihnachtsgeschenk“, sagte Gruber, denn das reine Klarinetten-Ensemble Clarezza setzt sich aus professionellen Musikern großer Orchester zusammen. Neben Claudia Mendel (Klarinette/Es-Klarinette) und Andrea Steinberg (Klarinette/Bassetthorn) spielte Julia Müller-Bohn die tiefe Bassklarinette und Christoph Müller die sanfte Klarinette. Müllers Eltern leben in Wolfratshausen, so kam das Engagement zusammen.

In ihrem Vortrag vereinten sie alte und neue Werke berühmter Komponisten. Mit Johann Sebastian Bachs verspielter, frühbarocker Toccata und Fuge in d-moll begann ein eindrucksvolles Kammerkonzert aus den reinen und samtigen Tonfarben dieser grenadill-schwarzen Holzblasinstrumente. Kunstvoll verspielt ließen diese hervorragenden Musiker die Tonfolgen tanzen, während sich der dunkle Ton der langen Bass-Klarinette, die Julia Müller-Bohn auf einem Stühlchen abstellen musste, unter die Melodie der drei hellfarbigen Klarinetten legte. Das Quartett vereinte klassische bis zeitgenössische Musik in ihrem Vortrag, ein Wechsel aus Kompositionen verschiedener Epochen, allesamt aber eingängige Melodien bekannter Werke berühmter Komponisten, wie die Tarnov Suite von Alexis Ciesla oder die Ouvertüre zur Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. So dürfte zum Beispiel jeder Besucher beim ersten Klang der Suite Bergamasque von Claude Debussy die berühmte Melodie erkannt haben, die auf sanfte Art und Weise eine heimatliche Atmosphäre in die kleine Kirche zauberte.

Das war ein Konzerterlebnis zum Innehalten – und um für einen Moment den letzten Funken Alltagsstress bis zum neuen Jahr vor der Kirchentüre zu lassen. Das Motto lautete: Genießen und einfach mal die Augen schließen. Andrea Weber

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