Ihre Berliner „Buddy Bears“ machten sie berühmt: Im Hollerhaus stellt die Berliner Künstlerin Klio Karadim derzeit ihre Bilderserie „52 Wochen“ vor – gemalt in der 5000 Jahre alten Technik der Enkaustik. Foto: Sabine Hermsdorf

Ausstellung im Hollerhaus

Impressionen aus Bienenwachs

Irschenhausen - Im Hollerhaus findet bis Sonntag, 13. Oktober, die Ausstellung „52 Wochen - Berliner Fragmenti III“ mit der bekannten Künstlerin Klio Karadim aus Berlin statt.

Klio Karadim zählt zu den bedeutendsten, zeitgenössischen Künstlerinnen in Deutschland. Ihre Gemälde hängen im Bundestag, im Auswärtigen Amt und im Berliner Senat. Große Unternehmen wie Phillip Morris und die Hannover Messe gehören zu ihrem Kundenstamm. Horst Seehofer überreichte dem polnischen Botschafter als Gastgeschenk eines ihrer Bilder. So kam es dazu, dass die gebürtige Bulgarin, die heute in Berlin lebt, zurzeit eine große Ausstellung in der polnischen Botschaft in Warschau laufen hat. Die sympathische Künstlerin will aber nicht nur im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit stehen, deshalb reiste sie am Samstag mit ihrem Mann Boris und der achtjährigen Tochter Kaja nach Oberbayern, um im Hollerhaus in Irschenhausen ihre Ausstellung „52 Wochen - Berliner Fragmenti III“ zu eröffnen.

In Karadims aktueller Bilderserie geht es um Liebe, Glauben, Beziehungen, um die Entstehung von neuem Leben und um die Natur. Engel, Zypressen, Tiere und Gesichter sind nur schemenhaft zwischen einem wilden Spiel aus Linien, Flächen und fahrigen Konturen dargestellt. „Das sind Impressionen aus meinem Leben“, erklärt Karadim, die in Berlin eine eigene Galerie führt. Ihre Bilder malt die Bulgarin in der 5000 Jahre alten Technik der Enkaustik, die in der ägyptischen, griechischen und römischen Malerei ausgeübt wurde und auch in der byzantinischen Ikonenmalerei noch nachweisbar ist. Dabei werden die Farbpigmente in heißem Bienenwachs aufgelöst. „Diese Technik kam nach der Höhlenmalerei“, weiß Klio Karadim. Die Farben sind intensiv, robust und haltbar, und haben einen archaischen Charakter.

Vom Eingang des Hollerhauses aus gesehen hängen die Biografie-Bilder im Uhrzeigersinn - für jede Woche des Jahres eines. Auf den quadratischen Holzplatten (50 mal 50 Zentimeter) sind Geschichten in Symbolsprache abgebildet. Auf manchen Bildern (oder Tagen) geht es stürmisch zu. Dann leuchten die Farben. Auf anderen ist die Stimmung ruhig und sanft und demzufolge in samtiges Pastell getaucht. Nur zwei der 52 Bilder sind farblos grau, ein Beweis dafür, dass das Leben der 43-jährigen Künstlerin ansonsten bunt und vielseitig ist.

Im Hollerhaus stellt Karadim schon zum dritten Mal aus. Aber nicht nur, weil der „Bulle von Tölz“ ihre Lieblingsserie im Fernsehen ist. „Vor allem, weil ich hier immer so herzlich aufgenommen werde“, sagt die Künstlerin, die trotz ihres großen Erfolgs auf dem Boden der Tatsachen geblieben ist. (web)

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