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Volles Haus: Zur Eröffnung der Ausstellung von Bildern der Münsinger Künstlerin Ruth Kohler (3. v. re.) begrüßte Hausherrin Lia Schneider-Stöckl (2.v. re.) zahlreiche Kunstinteressierte im Hollerhaus.

Ausstellung im Hollerhaus

Ruth Kohler: Die Farbe gehört der Farbe

Heuer feiert das Hollerhaus ein besonderes Jubiläum: Vor 100 Jahren fand im damals neu errichteten Anbau die erste Kunstausstellung statt. Seitdem behielt die Kunst hier eine feste Heimat. Zum Auftakt ins Jubiläumsjahr hat sich Galeristin Lia Schneider-Stöckl eine renommierte Künstlerin ins Haus geholt.

Irschenhausen – „Die Ruth Kohler“, wie Schneider-Stöckl bei ihrer Begrüßung auf der Vernissage am Samstag vor zahlreichen Gästen betonte. Die Münsingerin ist eine der bedeutendsten abstrakten Künstlerinnen der Gegenwart. Für ihr Lebenswerk hat Kohler 2014 den Kulturehrenbrief vom Landkreis erhalten. Seit einem Jahrhundert zieht es Künstler und Kunstinteressierte in das bäuerliche Anwesen nach Irschenhausen. Hier hat der Dichter Rainer Maria Rilke gelebt und gearbeitet, und auch Waldemar Bonsels, der Erfinder der „Biene Maja“, erklärte die Hausherrin Schneider-Stöckl. Die Künstlergruppe „Die Blauen Reiter“ fanden sich hier eine Weile ein. Immer wieder kamen Filmemacher ins alte Bauernhäuschen mit der steilen grünen Treppe und den niedrigen Decken. „Das waren wilde Zeiten“, weiß Schneider-Stöckl aus Erzählungen – beispielsweise als es 1968 bei den Dreharbeiten im Film mit Uschi Glas „Zur Sache Schätzchen“ ging; von der Krimiserie „Der Bulle von Tölz“ ganz zu Schweigen.

Prominente Gäste bei der Ausstellungseröffnung

Derzeit schmücken Kohlers Bilder den Galerieanbau, deren Farbgewalt und Komposition den Blick unwiderstehlich einfangen. Zur Ausstellungseröffnung war das allerdings kaum möglich, so dicht war das Gedränge der Besucher, darunter Ruth Kohlers langjährige Freundin, die Künstlerin Alinde Rothenfußer und Musiker Klaus Doldinger mit seiner Frau Inge.

Kunstkritiker Elmar Zorn hielt die Laudatio

Die Gäste kamen zu Ehren einer Künstlerin, einer sympathischen Frau mit Humor und ohne Allüren, einer Frau von Welt. Kohlers Leben war bunt, vielschichtig, abenteuerlich und kosmopolitisch. All das steckt in ihren ausdrucksstarken Kompositionen. Der renommierte Kunstkritiker Elmar Zorn brachte es in seiner Laudatio auf den Punkt: „Die Art ihrer Herzlichkeit und Solidarität hat auf diese Region eine positive Auswirkung.“ In den aktuellen Bildern markiere sie das Wesentliche, um das es geht, ergänzte er. Ruth Kohler hat dazu eine unkompliziertere und selbstlose Formulierung gefunden: „Mein Gegenstand ist die gegenstandsfreie Farbe, denn die Farbe gehört der Farbe“. 

Von Andrea Weber

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Gegenstand: Farbe“ ist noch bis 26. März im Hollerhaus zu sehen, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter 0 81 78/44 08 und 0 81 77/3 88. Im Anschluss sind die Bilder von Ruth Kohler im Terminal II am Münchner Flughafen zu sehen.

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